Paintexpo 2008 Lackiertechnik muss sich neuen Umweltschutz-Anforderungen anpassen
Die Auswirkungen der VOC-Richtlinie werden auf der Paintexpo das Messegeschehen dominieren. Dafür spricht, dass die Verordnung zum Schutz gegen flüchtige organische Verbindungen nicht nur die Anforderungen an Nasslacke verändert hat, sondern auch an deren Applikationstechniken. Bei der Pulverbeschichtung, die ohne organische Lösemittel auskommt, werden erhöhte Wirtschaftlichkeit und Schichtqualität im Fokus sein.
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Die VOC-Richtlinie beschäftigt nach wie vor die Lackierer. Gut sechs Jahre, nachdem die EU-Verordnung zum Schutz der Umwelt gegen flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds) Eingang in die 31. BImSchutzV fand, prägt sie immer noch das Handeln in der Branche.
Das wird auch Mitte März auf der Paintexpo nicht anders sein. Auf der 2. Internationalen Fachmesse für industrielle Lackiertechnik in Karlsruhe, deren Ausstellerzahl im Vergleich zur Premiere um mehr als 10% auf über 270 gestiegen ist, steht die Abkehr von Lösemittellacken weiterhin zur Diskussion.
So werden die Aussteller auf 7400 m2 Fläche Alternativen zu diesen konventionellen Lacken bieten. Dabei handelt sich um Wasser- und Highsolid-Lacke, sofern man weiterhin auf Nasslackierung setzt.
Das ist immer häufiger der Fall. Beide Lacke haben die Anforderungen an die Applikationstechnik verändert, wodurch die Arbeit der Anlagen-, Geräte- und Pistolenhersteller nicht leichter geworden ist.
Lacke bieten optimales Spritzbild bei niedrigem Spritzdruck
„Wasser- und Highsolid-Lacke zeichnen sich durch hohe Empfindlichkeit bei der Verarbeitung aus“, berichtet Frank Wolf, Senior Vice President Marketing & Business Development Industrial Solutions bei der J. Wagner GmbH, Markdorf, die sich auf der Messe dieser Herausforderung unter anderem bei den Pumpen stellen wird: mit der Membranpumpe Unica 4:1, die sich aufgrund von Förderleistung und -druck für die schonende Verarbeitung scherempfindlicher Materialien eigne.
Die Umstellung auf Wasser- oder Highsolid-Lacke macht somit eine spezifischere Auslegung der einzelnen Komponenten erforderlich. Dazu kommt der Wunsch nach mehr Flexibilität und Automatisierung.
Das hat in der Nasslackierung bereits zu einer vermehrten Anwendung von Robotern bei kleinen und mittleren Werkstückserien geführt. Der Grund dafür liegt im vereinfachten Werkstückwechsel; die Umrüstung bleibt auf die Roboterprogrammierung und die Pistoleneinstellung begrenzt.
Schon die Anwendung von Pistolen-Hubgeräten, die eine automatische Tiefen- und Breitenverschiebung ermöglichen, hat diesbezüglich weitergeholfen. Einen wesentlichen Fortschritt brachte schließlich der automatische Farbwechsel. Er hat die Stillstandszeiten der Anlagen reduziert.
So sind mittlerweile in der Nasslackierung 20 Farbwechsel und mehr am Tag keine Seltenheit. Auch bei der Beschichtung mit Pulverlacken, die keinerlei Lösemittel enthalten, kommt das immer wieder vor.
Automatische Prozessregelung verbessert die Reproduzierbarkeit bei der Pulverbeschichtung
Bei der Pulverbeschichtung ging es dabei auch um eine reproduzierbare Schichtqualität. Die Umstellung auf automatische Prozessregelung bezüglich Versorgung, Beschichtung und Rückgewinnung hat wesentlich zur Erhöhung der Reproduzierbarkeit beigetragen.
Heute hat man die Prozesse im Griff – beim manuellen bis automatischen Beschichten. „Bei allen Kabinen können durch intuitives Bedienen der Steuerung Arbeitsabläufe schnell, einfach und optimiert gestaltet werden“, berichtet der Wagner-Manager, so dass an anderen Dingen gearbeitet werde.
So verstärken die gestiegenen Rohstoffkosten die Bemühungen, die Pulverrückgewinnung weiter zu optimieren. Außerdem haben die erhöhten Energiekosten das schnelle Aufschmelzen und Aushärten von Pulverlacken mit nahem Infrarotlicht (NIR) ins Spiel gebracht.
Darüber hinaus sieht man hinsichtlich der Schichtqualität noch Optimierungspotenzial. Daher rückt man bei Wagner auf der Paintexpo das Produkt Verti-Cube in den Mittelpunkt der Präsentation im Bereich Pulverbeschichtung.
„Mit dieser Entwicklung gelingt es, eine schwebende Wolke zu erzeugen“, verrät Wolf. Sie garantiere eine konstante Schichtdickenverteilung auf der gesamten Werkstückoberfläche.
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