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Das «Multibend-Center» brachte der Blechfertigung einen enormen Flexibilitätsgewinn und garantiert nun die Bearbeitung eines bunten Mix unterschiedlichster Fertigungsaufträge. Auch andere Vorteile haben sich daraus ergeben, wie M. Spahr ergänzt: «Durch den automatischen Ablauf sind zudem alle Teile wirklich identisch und die Qualität ist nicht mehr abhängig von der Geschicklichkeit der Bediener.»
Kompaktes Anlagenlayout
Die Platinen, die von einer der vorgelagerten Stanzmaschinen kommen, führt ein automatisches Beladesystem dem Biegezentrum zu. Ein Trommelwender dreht die Bleche so, dass der Stanzgrat im gebogenen Teil nach innen weist. Greiferzangen ziehen das Blech in die Maschine, wo es zuerst vermessen wird. Manipulatoren fördern das Werkstück dann in die Biegezelle. Dort wird es nach oben und unten gebogen und verlässt als fertig gebogenes Verkleidungsblech die Anlage. Am Auslauf übernimmt ein Roboter das Biegeteil und stapelt es entweder liegend auf eine Palette oder stehend in Boxen ab.
Ein spezielles Biegeverfahren sorgt dafür, dass die Biegewange nicht um einen fixen Punkt bewegt wird, sondern eine Hubbewegung ausführt. Dadurch entstehen keine Kratzer und es kommt zu keinem Werkzeugverschleiss. Das Multibend-Center verfügt über 18 programmierbare Achsen. Es erlaubt eine maximale vierseitige Fertigteilhöhe von 203 Millimeter und die Bearbeitung einer Kassettenfläche von 2160 mal 1500 Millimeter. Bearbeitet werden v. a. vorbeschichtete, speziell behandelte oder vorlackierte Bleche aus Stahl, Chrom-Nickel-Stahl und Aluminium mit Materialstärken von 0,60 bis 2,0 Millimeter.
Von der Aufnahme- bis zur Ablageposition
Der Roboter erkennt aus der Fertigteilgrösse und Biegeform automatisch, wo er das Biegeteil aufnehmen kann. Somit muss er weder programmiert noch geteacht werden. Der Bediener gibt lediglich die gewünschte Stapelmimik an – etwa «liegend aufeinander», «liegend winkelversetzt» oder «stehend» – und der Roboter errechnet sich automatisch seine Fahrbahn.
Im Anschluss werden die Blechteile je nach Einsatz pulverbeschichtet. Insgesamt produziert die Blechfertigung in Wolfhausen zirka 250 000 Komponenten im Jahr. «Bei gleichen Teilen sind wir mit dem Biegezentrum bis zu fünf Mal schneller als früher beim manuellen Abkanten», fasst Produktionsleiter Huonder zusammen. Den Standort Schweiz möchte man aufrechterhalten. Doch für ein kontinuierliches Wachstum sind künftig weitere Optimierungen notwendig. <<
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