Peiner Umformtechnik Mit neuer Presse setzen Umformer verstärkt auf Windenergiebranche

Redakteur: Annedore Munde

Peine (am) – Energie ist teuer, Alternativen sind gefragt. Das bekommen die angeschlossenen Industrien mitunter positiv zu spüren. Gemeinsam mit der indischen Mutterfirma Sundram Fasteners Limited hat die Peiner Umformtechnik GmbH die Herstellung von Verbindungselementen, speziell für die Windenergiebranche, jetzt ausgebaut.

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Bereits im Juli dieses Jahres wurden die bis dahin gepachteten Flächen, auf denen die Produktionshallen stehen, von Sundram gekauft. Jetzt soll modernisiert und erweitert werden. „Mit der neuen automatisierten Gewindewalze, die zur Jahresmitte in Betrieb genommen wurde, erweitern wir unsere Fertigungskapazitäten und reagieren so auf gestiegene Nachfragen“, so Vertriebsleiter Dr. Uwe Hasselmann.

Erwartet wird eine Verdreifachung das jährlichen Bedarfes von Verbindungselementen für Windenergieanlagen innerhalb von 10 Jahren, von derzeit jährlich 150 Mio. Euro weltweit auf 450 Mio. Euro. Bestellt sei außerdem eine neue automatisierte Warmpressanlage, die zum Jahreswechsel in Betrieb genommen wird.

Das Unternehmen, welches bereits seit 1921 seinen Sitz im niedersächsischen Peine hat, ist Lieferant für Verbindungselemente, die mittels Kalt- und Warmumformung hergestellt werden. Die Produktion erfolgt auf Mehrstufenpressen, die kundenorientierte mechanische Nachbearbeitung auf computergesteuerten Zerspanungszentren.

Kernbranchen sind der Automobilbau, der Baubereich und die Windenergiebranche. Der Einstieg in diese Branche erfolgte etwa Mitte der 90er Jahre und war eher die Folge einer gesetzlichen Festlegung, welche besagt, dass alle im Turm von Windenergieanlagen eingesetzten Bestandteile als Bauprodukte definiert sein müssen. „Unsere genormten HV-Verbindungen entsprechen dieser Klassifikation.

Die Marktbedingungen für diesen Unternehmensbereich haben sich für uns also günstig verändert“, so Vertriebschef Hasselmann. Mit der indischen Sundram setzt die Peiner Umformtechnik auf dieses Geschäftsfeld als strategischen Wachstumsmarkt. „Etwa 25 bis 30% unseres Umsatzes werden in diesem Bereich gemacht, ungefähr genauso viel im übrigen Baubereich und die verbleibenden 50% kommen auf Automotive“.

Gemeinsam profitiere man außerdem vom beidseitigen Know-how-Transfer. Sundram, 1966 gegründet, hat acht Standorte in Indien sowie Tochterunternehmen in Deutschland, Großbritannien, China und Malaysia und ist seinerseits Teil der TVS-Gruppe, einem der größten Automobilzulieferer Indiens. Im Hinblick auf den Ausbau der weltweiten Aktivitäten wurde jetzt die Federführung für ein globales Key-Accountment für die Windenergie in Peine angesiedelt.

Damit profitieren insbesondere die asiatischen Wachstumsmärkte von der technischen Kompetenz der Peiner, während diese von der umfangreichen Investitionssumme des Familienunternehmens und dem weltweiten Sundram-Netzwerk profitieren. Seit Mitte des Jahres wird beispielsweise von Niedersachsen aus nach Indien, vor allem in das nördlich von Mumbai gelegene Daman, geliefert.

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