Stanzen Mit Rotationstanzen Endlosmaterialien schneller und genauer bearbeiten

Autor / Redakteur: Christoph Baust / Annedore Munde

Der Kostendruck in der Fertigungsindustrie ist enorm. Ein eher unbekanntes Verfahren, das Rotationsstanzen, kann hier gegensteuern. Mit Geschwindigkeiten bis zu 200 m/min und Materialstärken bis zu 3 mm erfolgt die Bearbeitung von Coilmaterialien im Vergleich zum herkömmlichen Hubstanzverfahren wesentlich schneller.

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Eine unter Kostenaspekten attraktive Technik, die momentan ihre Grenzen durch den fehlenden Bekanntheitsgrad findet, ist das Rotationsstanzen. Mittels Rotationsstanzen sind Unternehmen jedoch in der Lage, bis zu fünfmal schneller, leiser, genauer und sogar mit geringeren Investitionen Endlosmaterialien wie Metall, Kunststoff und Papier zu stanzen, zu prägen, zu schneiden und zu scheren. Trotzdem werden oft bei idealen Anwendungsbedingungen noch Systeme installiert, die, angefangen von höheren Investitionskosten bis hin zu deutlich teurerem Betrieb, viele Nachteile auf sich vereinen.

Scherenschnitt ist für Rotationsstanzen typisch

Beim Rotationsstanzen wird das Material zwischen zwei angetriebenen Wellen durchgeführt, ähnlich dem Walzprofilieren. Auf den Wellen sitzen die Werkzeugringe (Bild 1). Auf dem Stempelring werden die einzelnen Stempel montiert und im Matrizenring die jeweiligen Matrizen. Der Stanzbutzen fällt dabei seitlich aus dem Matrizenring und wird dann über einen Butzenfall entsorgt.

Stempel und Matrizen kämmen beim Rotationsstanzen ineinander und treffen punktgenau auf das zu stanzende Material. Somit entsteht anstatt eines Druckschnitts wie beim Hubstanzen ein Scherenschnitt. Das Material läuft zwischen diesen Werkzeugen hindurch und wird kontinuierlich gestanzt. Beim Scherenschnitt sind die auftretenden Stanzkräfte wesentlich geringer. Daher werden kleinere Antriebsleistungen benötigt. Die Erschütterungen und Emissionen sind bedeutend geringer.

Wegen der geringeren Investitionskosten im Vergleich zu einer Hubstanze und doppelt so hoher Produktionsgeschwindigkeiten entscheiden sich dank zunehmenden Bekanntheitsgrades immer mehr Großbetriebe für das Rotationsstanzen. Dabei kann die neue Technik problemlos in die vorhandene Fertigung eingebunden werden. Bei der Integration des Rotationsstanzens in eine Profilieranlage steht die Stanze dann in der Regel zwischen den Profilierstichen und benötigt keinen eigenen Materialvorzug und -abzug. Ein Produktwechsel ist dank der Einstellmöglichkeiten meist eine Sache von Minuten.

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