Durch die Entwicklungstrends bei großen KI-Sprachmodellen wie „ChatGPT“ wird um die künstliche Intelligenz (KI) und damit um die Digitalisierung wieder heiß debattiert.
Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbands Der Mittelstand.BVMW e. V., fordert mehr Kraft in die Digitalisierung Deutschlands zu legen: „Damit unsere Wirtschaft auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben, brauchen wir einen Boost bei der Digitalisierung!“
(Bild: A. Thiede / BVMW)
Die momentanen Digitalisierungsentwicklungen sollten nach Ansicht des Bundesverbandes „Der Mittelstand. BVMW“ mit einer stärkeren Förderung der digitalen Bildung, der schnelleren Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und der digitalen Souveränität einhergehen. Damit die deutsche Wirtschaft und insbesondere der deutsche Mittelstand auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben könnten, brauche man einen Boost für die digitale Transformation in Deutschland. Es fehlten wichtige Fachkräfte in diesem zukunftsträchtigen Wirtschaftsbereich. „Darüber hinaus hinkt die Leistungsfähigkeit des Staates und der öffentlichen Verwaltung immer weiter hinterher. Und die Abhängigkeit von den riesigen Technologiegiganten schränkt die Chancen für mittelständische Unternehmen immer weiter ein,“ befürchtet Markus Jerger, Vorsitzender des Bundesverbands.
Die Digitalisierung in Deutschland ist mangelhaft
Mit der digitalen Agenda des Mittelstands nimmt der BVMW nun die Politik, die Gesellschaft und auch die Wirtschaft in die Pflicht, der Digitalisierung größere Aufmerksamkeit zu schenken. Fachexperte und Vorsitzender der Kommission Internet und Digitales des BVMW Nico Lüdemann kommentiert: „Um die Digitalisierung in Deutschland ist es leider nicht gut bestellt. Damit Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, müssen der Digitalisierung der Verwaltung, der digitalen Bildung und der digitalen Souveränität größere Bedeutung zukommen.“ Dabei sei auch eine bessere Koordinierung der mit Digitalisierungsaufgaben betrauten Ministerien untereinander notwendig, denn Digitalisierung sei schließlich eine Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche betreffe.
Mehr Digitalisierung heißt Entlastung für KMU
Mehr Erfolge bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sind außerdem gleichbedeutend mit der Senkung von Bürokratielasten für Unternehmen, glaubt der Bundesverband. Und speziell für KMU ohne entsprechende Fachabteilungen winkten so viele Entlastungsvorteile. Aber auch die lebenslange digitale Bildung sei unverzichtbar, damit die deutsche Wirtschaft in Zukunft bei digitalen Technologien nicht weiter abgehängt werde. Denn vor allem lebenslanges Lernen und digitale Kompetenzen sind nach Ansicht der Experten wichtig, um in Zukunft digitale Technologien in allen Branchen nutzen zu können. Als drittes Feld ist die digitale Souveränität Deutschlands und der EU zu nennen, um die digitale Kluft zwischen Europa und dem Rest der Welt – aber auch in puncto Wirtschaft selbst – zu schließen.
Mittelständler brauchen mehr Zeit für Cybersecurity
In der letzten Sitzung der Kommission Internet und Digitales wurde über die NIS-2 Richtlinie mit Fachexperten diskutiert, wie der Verband informiert. Die Cybersicherheit ist für den BVMW nicht zuletzt ein wichtiges Thema. Allerdings fordern die Experten in der Kommission bei der Umsetzung der NIS-2 Richtlinie, den Unternehmen mehr Zeit zu gewähren, um die deutlich gestiegenen Anforderungen an die Informationssicherheit umzusetzen zu können. Der Mangel an Fachkräften sowie die fehlende Klarheit an die Anforderungen für Unternehmen und ihre indirekte Betroffenheit in der Lieferkette führe nicht zuletzt sonst zur Verunsicherung. Der Kommissionsvorsitzende Nico Lüdemann bringt es auf den Punkt: „Durch die stark gestiegenen Anforderungen an die Unternehmen ist mehr Zeit für die Umsetzung nötig.“ Speziell die KMU, die erstmals dadurch betroffen seien, würden vor eine große Aufgabe gestellt. Auch bei den Anforderungen an die Lieferkette sollte an kleine Unternehmen mitgedacht und die Anforderungen frühzeitig kommuniziert werden, so der Vorsitzende. Deshalb sollte ein ausreichend großer Umsetzungszeitrahmen eingeplant werden.
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