Edelstahl Neue DIBT-Zulassung erlaubt bessere Werkstoffauswahl
Neue Anwendungsmöglichkeiten für Edelstahl hat das „Edelstahl Rostfrei Forum Bau 2009“ in der Stadthalle im ostwestfälischen Spenge präsentiert. In Verbindung mit der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei stellte die Modersohn GmbH & Co. KG rund 140 Teilnehmern die überarbeitete DIBT-Zulassung Z-30.3-6 vor.
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Vor wenigen Tagen wurde die Verlängerung und Überarbeitung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-30.3-6 „Erzeugnisse, Verbindungsmittel und Bauteile aus nichtrostenden Stählen“ unterzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung von Modersohn. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBT) hat die bisherige Zulassung überarbeitet und dabei den Anwendungsbereich der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung erweitert sowie die Handhabung für den Nutzer verbessert, um die Verwendung nichtrostender Stähle im Bauwesen voranzubringen.
Die überarbeitete Zulassung vereinfache die Materialauswahl für den Architekten und Bauingenieur durch praxisgerechte Formulierungen und Tabellen. Dabei würden auch neue Werkstoffe, wie der Lean-Duplex Edelstahl Rostfrei Wst. 1.4362 berücksichtigt.
Der Edelstahl-Spezialist Modersohn nutzte die Gelegenheit, um die Vorteile, die sich aus der neuen Zulassung ergeben, zu präsentieren. Insgesamt sechs Referenten, die zum Teil an der Ausarbeitung der neuen Zulassung beteiligt waren, vermittelten in Vorträgen ein Bild über Edelstähle im Bauwesen, deren Historie und neue Perspektiven.
Prof. Dr.-Ing. Helmut Saal von der Universität Karlsruhe, Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, referierte über nicht rostende Stähle im Bauwesen und die Bemessung nach deutschem und europäischem Regelwerk. Dr.-Ing. Andreas Burkert von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), erläuterte die Vorteile der überarbeiteten Zulassung anhand von Fallbeispielen. Er zeigte, wie die Fachleute die neu entwickelte Tabelle 1a in Bezug auf die bereits bekannten Widerstandsklassen (I-IV) mit den fünf Werkstoffauswahlkriterien anzuwenden haben.
Dipl.-Ing. Detlef Ulbrich vom DIBT stellte die Geschichte der Edelstähle und die Entwicklung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung in den vergangenen Jahren vor. Prof. Dr.-Ing. Wolf-Berend Busch von der Fachhochschule Bielefeld, Dipl.-Ing. Günter Seibold von der Fischer Deutschland Vertriebs-GmbH und Dipl.-Bauing. Jürgen Rieke, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Astatec präsentierten Voraussetzungen für die korrekte Verarbeitung und praxisbezogene Anwendungen für den neuen Werkstoff Lean Duplex.
Den Abschluss des Fachseminars bildete eine Besichtigung der Firma Modersohn, bei der sich die Teilnehmer in der Praxis über die industrielle Verarbeitung verschiedener Edelstähle informieren konnten.
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