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Daher müssen sich die Zulieferer vor Ausbeutung schützen. Unternehmen können zum Beispiel nur bestimmte Kennzahlen offenlegen, die keine Rückschlüsse auf die Gewinnmarge zulassen. Zudem können sie Puffer einbauen. Wer große Mengen an Materialien oder Rohstoffen einkauft, zahlt oft geringere Preise als auf dem Spotmarkt. Wenn der Zulieferer nun die Spotmarktpreise statt die wirklichen Kosten an den Abnehmer weitergibt, hat er einen Puffer. Und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass dies nachvollziehbar ist.
Machen die aktuellen Absatzprobleme Kostenoffenlegung überhaupt noch sinnvoll?
Kann angesichts der Risiken gerade bei erheblichen Absatzproblemen in der gesamten Automobilwirtschaft die Kostenoffenlegung überhaupt noch funktionieren? Der klassische Köder für die Zulieferer, bei Kostenoffenlegung ein größeres Stück vom Kuchen zu erhalten, zieht nicht mehr, da bei sinkenden Produktionsvolumina der Kuchen kleiner wird. Controlling-Experte Professor Hoffjan von der TU Dortmund wollten es genau wissen. Wie kann ein Abnehmer bei einem Machtgleichgewicht einen Zulieferer motivieren, seine Kosten offenzulegen? Dazu hat er zahlreiche Experimente mit Managern durchgeführt. Eigentlich sollte ein Unternehmer zustimmen, wenn er einen Vorteil hat.
Dazu hat er den Managern folgenden Fall vorgegeben: Wenn sie ihre Kosteninformationen teilen, erklärt sich der Abnehmer zu einer spezifischen Investition bereit, von der beide Seiten profitieren. Das Kernergebnis war auch für Professor Hoffjan überraschend: Die Bereitschaft zur Kooperation geht irgendwann zurück, obwohl der eigene Vorteil des Zulieferers steigen würde. Das bedeutet, dass weniger nämlich manchmal mehr ist. Ein zu großes Entgegenkommen des Abnehmers erzeugt Skepsis. Die Manager trauen dem Braten nicht. Sie wissen: Das macht niemand ohne Gegenleistung. „Zu viel Kooperationsbereitschaft weckt bei branchenerfahrenen Managern Misstrauen“, fasst der Controlling-Experte die Ergebnisse zusammen.
Tagung im Juni vertieft das Thema
Mehr Antworten auf Fragen zu diesem Thema gibt es auf dem Dortmunder Forum Technisches Management. Diese von der Wirtschafts-Fakultät der TU Dortmund durchgeführte Tagung widmet sich dem „Supply Chain Management im Mittelstand“. Dazu werden am 18. und 19.Juni im HCC in Dortmund über 100 Wissenschaftler und Praktiker erwartet. Vorträge zu den Themen: „Wie man die Einkaufspreise über eine Schattenkalkulation prüft?“ oder: „Wie man sich als Zulieferer vor einer Ausnutzung in der Supply Chain schützt?“ sollen Mittelständlern helfen, auch in der Krise zu bestehen.
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