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Nachfräsen schwächt den Ständer des Walzgerüsts
Bisher behalf man sich damit, die durch Korrosion und Erosion beschädigten Flächen im Walzenständer mittels transportabler Bohr- und Fräswerke wieder aufzuarbeiten. Das Ergebnis für die Oberflächen hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert, ist jedoch mit der Bearbeitungsqualität von einer Portalfräsmaschine nicht zu vergleichen. Zudem findet ein unerwünschter Materialabtrag statt, der über die Jahre hinweg bis zu 20 mm Ständerschwächung bedeuten kann.
Die Materialstärke der neuen Schleißplatten muss immer wieder durch aufwändige Messungen am Gerüst ermittelt werden und steigt kontinuierlich. Im Vorfeld ist also nicht bekannt, welches Dickenmaß die einzusetzende Schleißplatte haben muss. Das macht eine gezielte Reserveteillagerung und somit auch den unmittelbaren Einbau einer Ersatzschleißplatte unmöglich.
Das zuvor beschriebene Verfahren vor Ort ist schwierig, kostenintensiv und sehr zeitaufwändig. Zudem sind andere Instandsetzungsarbeiten am Gerüst kaum möglich, weil zum einen Vibrationen am Gerüst schädlich für den ohnehin schwierigen Fräsvorgang sind und zum anderen der Arbeitssicherheitsaspekt während des nötigen Stillstands eine große Rolle spielt. Technologisch sollen weitere Materialabträge vermieden und die Reparaturintervalle nach Möglichkeit vergrößert werden. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Reduktion der Reparaturzeit und somit der Produktionsausfallzeit.
Patentiertes Verfahren setzt auf Passschrauben
Bereits 1994 entwickelte die damalige Vorläufergesellschaft von Thyssen-Krupp Mill Services & Systems ein patentiertes Instandhaltungsverfahren, das diesen Anforderungen damals nahezu gerecht und mittlerweile perfektioniert wurde. Grundsätzlich erfordert das Verfahren zur Instandsetzung der Befestigungsflächen von Verschleißplatten am Ständer eines Walzgerüstes keine Fräsarbeiten an den Befestigungsflächen des Walzenständers.
Für die Gewährleistung der Adhäsionskräfte am Walzenständer ist die durch Korrosion und Erosion aufgeraute Befestigungsfläche nicht hinderlich. Lediglich ein Entfernen von Fett und Rost ist nötig, um das Halten des Klebers zu gewährleisten. Die Schleißplatten werden mit Hilfe von Justierschrauben eingemessen und mit den Befestigungsschrauben fixiert (Bild 3).
Hohlräume werden durch Injektionsmaterial verfüllt
Durch Injektion eines Zweikomponenten-Materials werden dann die Hohlräume zwischen Walzgerüst und Verschleißplatte und zwischen Befestigungsschraube und Durchgangsbohrung verfüllt. Durch diese Maßnahme werden die Befestigungsschrauben zu Passschrauben. Somit sind Querkräfte besser aufzufangen. Durch das Verfahren werden alle Hohlräume zu 100% verfüllt und man erhält einen hundertprozentigen Oberflächenkontakt zwischen Walzständer und Schleißplatte (Bild 4).
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