Temak Pionierarbeit für die Magnesium-Karosserie

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Werkstoff Magnesium ist ein Baustein in den Leichtbaustrategien der Automobilhersteller. „Jetzt müssen wir nachweisen, dass wir damit Karosserieteile in Serie fertigen können“, sagte Dirk Virian, Sprecher des Wachstumskerns Temak, auf dem zweiten Workshop dieses Wirtschafts- und Wissenschaftsbündnisses in Dresden, wie der Veranstalter mitteilt.

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13 Unternehmen sowie drei Forschungseinrichtungen aus Sachsen und Thüringen arbeiten laut Temak-Angaben gemeinsam an der Erzeugung, Verarbeitung und Wiederverwertung von Magnesium-Flachmaterial. Während Magnesium-Guss bereits Einzug in die Produktion von Motor- und Fahrwerkskomponenten gehalten habe, stehe die Anwendung von Flachmaterial noch vor dem Durchbruch.

Umfassende Forschung für den Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen

Die Technologieplattform zum Einsatz von Magnesium-Knetlegierungen für den Fahrzeugbau im Produktlebenszyklus – dafür steht das Kürzel Temak – leistet nach eigenen Angaben hierfür Pionierarbeit. „Wir können selbstbewusst auftreten“, sagte Dr. Hans Bräunlich vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. Es sei kein anderes Projekt bekannt, das sich in dieser Geschlossenheit um die Nutzung von Magnesium-Knetlegierungen kümmere.

Das IWU bringt laut Mitteilung insbesondere seine Kompetenzen bei der Materialumformung ein und hat mit weiteren Projektpartnern bereits wesentliche Parameter für eine prozessgerechte Auslegung von Teile- und Werkzeugkonstruktionen gewonnen.

Eigene Anlage zum Gießwalzen von Magnesium-Blechen aufgebaut

Den Anfang der Kette bildet die Herstellung von Bändern und Blechen. Die TU Bergakademie Freiberg und die Thyssen-Krupp-Tochter MGF Magnesium Flachprodukte GmbH haben dafür eine weltweit einzigartige Anlage zum Gießwalzen aufgebaut, heißt es.

Derzeit werde diese um eine Bandwalzanlage erweitert. Damit könnten künftig bessere Materialgüten erreicht werden, erläuterte Prof. Rudolf Kawalla von der TU Bergakademie Freiberg.

Über weitere Fortschritte berichteten auch die Projektpartner, die sich mit dem Fügen und dessen Qualitätssicherung, der Oberflächenbehandlung und dem Recycling von Magnesium-Knetlegierungen beschäftigen.

Rennwagen mit Außenhaut aus Magnesium vorgestellt

Eine konkrete Magnesium-Anwendung bot den Workshop-Teilnehmern der neue Rennwagen des Freiberger Racetech-Teams, das mit dem Fahrzeug am internationalen Konstruktionswettbewerb „Formula Student“ teilnimmt. Es ist das einzige Auto dieses Wettbewerbs mit einer Magnesiumaußenhaut, wie es heißt. Temak-Partner unterstützten die Studenten der TU Bergakademie Freiberg bei der Rennwagenausführung.

Bald kann Temak seine Kompetenzen direkt an einem Beispiel vorstellen. Bis Oktober 2009 entsteht ein Demonstrator in Form einer Magnesium-Pkw-Tür, kündigt die Forschungsvereinigung an. Sie werde alle Technologien von der Materialherstellung über die Fertigung bis zum Recycling in sich vereinen.

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