Zulieferungen

Samag bietet umfangreiche Dienstleistungen für Multicar

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„Die Gespräche mit den Zulieferern müssen auf Augenhöhe stattfinden“, sagt Nils Sander, Werkleiter bei Multicar. Mit einer Jahresstückzahl, die in etwa mit der Monatsproduktion eines PKW vergleichbar ist, seien die komplexen Prozesse eines Großkonzerns eher hinderlich. Hier würden Partner aus dem Mittelstand benötigt, die sich auf die jeweilige Größenordnung spezialisiert hätten.

Zulieferer müssen zum Kunden passen

Denn wenn ein Zulieferbetrieb aufgrund seiner eingesetzten Technik oder für eine wirtschaftlich benötigte Auslastung auf bestimmte Stückzahlen angewiesen ist, passt man nicht zueinander. Zudem sei nicht gut aufgehoben, wer „beim Zulieferer ein kleines Licht ist“, berichtet Sander.

Dennoch bleibt die Zulieferung im Fahrzeugbau ein Balanceakt: Auf der einen Seite steht der Kunde, der ein möglichst hohes Maß an Flexibilität fordert, auf der anderen Seite ein Betrieb, der für seine Planung möglichst wenig Schwankung in der Produktion gebrauchen kann. Hier stellt die Fahrzeugindustrie hohe Ansprüche an ihre Zulieferer, denn über eine Jahresplanung mit bestimmten Stückzahlen hinaus ist die Nachfrage im Verlauf eines Jahres durchaus schwankend.

Wenn man allein die geschätzte Jahresstückzahl auf die Monate verteilt, stellt sich unter Umständen die Frage der Lagerung der kurzfristigen Überproduktion. Wird lediglich in den nachfragestarken Zeiten viel produziert, während die Produktionsflächen durch bestimmte Maschinen gebunden sind, leidet die Auslastung. Bei den Multicarfahrzeugen ist die saisonale Abhängigkeit noch einmal verstärkt durch die Einsatzgebiete dieser Fahrzeuge etwa im Winterdienst als Streu- und Räumfahrzeuge.

Hohe Flexibilität gefordert

Die Flexibilität eines Zulieferbetriebes ist vor diesem Hintergrund ein überaus entscheidendes Kriterium. Hier zeigt sich laut Sander die Qualität der Beziehung, denn „die Planung kann jederzeit sehr kurzfristig durcheinander gebracht werden. Da muss man in der Diskussion im Einzelfall eine Lösung finden.“

Samag Truck Components in Rottenbach zeichnet sich nach eigenen Angaben durch eine hohe Fertigungstiefe aus. Mit einem auf dem aktuellen Stand gehaltenen Maschinenpark kann die gesamte Prozesskette der Bearbeitung – von der reinen Blechbearbeitung bis hin zur Montage fertig beschichteter Teile und Baugruppen – abgebildet werden. Derzeit werden etwa 3500 verschiedene Teile gefertigt.

Zum Laserschneiden stehen CNC-gesteuerte 2D-Laseranlagen zur Verfügung, mit denen Stähle bis 25 mm Dicke (Edelstahl bis 20 mm und Aluminium bis 12 mm) je nach Material verarbeitet werden können. Auch für Rohre und Profile bis zu einer Wandstärke von 8 mm sind Laserschneidprogramme möglich.

Hydraulikpressen, Exzenterpressen und Kantbänke zum Umformen

Das Umformen kann werkzeuggebunden oder im Freibiegeverfahren mit maximal 4000 N Presskraft erfolgen. Sind höhere Kräfte erforderlich, greift Samag auf bestehende Kooperationen zurück. Hydraulik- und Exzenterpressen sowie CNC-gesteuerte Kantbänke stehen ebenfalls zur Verfügung. Stanzteile werden in teilautomatisierten Prozessen auf Coil- und Richtanlagen gefertigt.

Zum Schweißen komplexer Baugruppen wie des Tremo-Rahmens stehen alle gängigen Schweißverfahren, teils manuell, teils automatisch, zur Verfügung. Weitere Werkstücke sind Einstiege, Halterungen und Achs- und Mittenträger für Containerwechselsysteme. Eine automatische Pulverbeschichtungsanlage zählt zu den neuesten Investitionen.

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