Weiter auf dem Trockenen? Der Schiffbau will von der Politik einen klaren Kurs

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Vor der 14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Emden fordern der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und die IG Metall Küste konkrete industriepolitischen Weichenstellungen.

Seit Jahrzehnten wartet der deutsche Schiffbau mit Blick auf die Politik auf klare Aussagen, wohin die Reise gehen soll. Nun hat sich die Branche erholt, die Aufträge hageln in die Bücher und Ende April wird in Emden die 14. NMK stattfinden. Die Schiffbauer hoffen auf klare Signale ...(Bild:  Reedebrecht)
Seit Jahrzehnten wartet der deutsche Schiffbau mit Blick auf die Politik auf klare Aussagen, wohin die Reise gehen soll. Nun hat sich die Branche erholt, die Aufträge hageln in die Bücher und Ende April wird in Emden die 14. NMK stattfinden. Die Schiffbauer hoffen auf klare Signale ...
(Bild: Reedebrecht)

Ìn gut sechs Wochen findet die 14. NMK in Emden statt. Doch die Schiffbauindustrie ist mit der Politik nicht ganz zufrieden. Sie will wissen, welcher Kurs eingeschlagen werden soll, damit man Planungssicherheit hat. Denn die maritime Industrie sei strategisch relevant, was unter anderem die Aspekte Sicherheit, Energieversorgung und Klimaschutz angehe. Nach Ansicht der IG Metall Küste ist jetzt der Moment gekommen, diese Stärke in eine langfristige politische Strategie zu übersetzen. Und der VSM hat bereits vor Monaten mit Partnern wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) und der IG Metall Eckpunktepapiere für einen Aktionsplan Maritime Industrie vorgelegt. Sie dienten nun der Zuarbeit zur Emdener NMK am 29. und 30. April.

Jetzt muss der Schulterschluss kommen!

Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste erinnert sich: „Ich gebe gerne zu, dass ich nach der letzten NMK in Bremen ziemlich frustriert war. Bestenfalls Detailverliebte haben dort bei den Ergebnissen Unterschiede zu Positionspapieren aus den vergangenen 20 Jahren herausgelesen.“ Dabei habe vor allem der Bereich Marine schon erwartet, dass die Politik noch mal sehr deutlich ein Signal gebe, was man gemeinsam machen wolle. Doch zum Schulterschluss kam es laut Friedrich nicht. Nun müsse dieser in Emden erfolgen. Und der VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken wünscht, dass am Ende der Konferenz in Emden klar sein muss, wohin die Reise geht. Er ist aber optimistisch: „Die NMK in Emden wird anders als die letzte. Denn bei dieser Ausgabe werden wir nicht mit leeren Händen dastehen!“ Schließlich gebe es bereits jetzt Bewegung, wobei er etwa auf die noch vor der NMK anstehende Debatte im Deutschen Bundestag verwies. Angesichts dessen, hofft die Schiffbaubranche, dass auch die Damen und Herren Abgeordneten dort noch mal als Taktgeber funktionieren.

Die Lage in den Werften ist ausgezeichnet

Die aktuelle Lage der Werften bezeichnete Lüken als hervorragend. Konkrete Zahlen lägen zwar noch nicht vor, aber die Auslastung sei wirklich überall hoch. Die Standorte, die in den vergangenen Jahren auch im Rahmen der Corona-Zeit zu Sorgenkindern wurden, hätten jetzt eigentlich allesamt wieder eine sehr starke Perspektive mit einer guten Führung in Flensburg, in Stralsund, in Wismar und nicht zuletzt in Rostock. Und auch die über ganz Deutschland verteilten rund 3.000 Unternehmen der Schiffbauindustrie genießen laut Lüken eine hohe Nachfrage. Und die zuletzt von der EU-Kommission vorgelegte Europäische Maritime Industriestrategie schafft nach Ansicht von Lüken auch noch Luft nach oben. Es sei anerkennenswert, dass Brüssel sich überhaupt geäußert habe und die strategische Dimension der Branche anerkenne, was mit Abstrichen zuletzt 2013 der Fall gewesen sei. Man wird sehen.

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