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Der Natur abgeguckt

Schlüsselelemente für den Leichtbau

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Klebetechnik hält Einzug in die Blechverbindung

Ein weiteres Thema war das Kleben als Fügeverfahren für den Leichtbau. Torsten Hölzel, Geschäftsführer der ATN Hölzel GmbH, betonte, dass die Klebetechnik zukünftig immer mehr herkömmliche Verbindungsverfahren ersetzen werde. Und so schildert er neben der Verbindung verschiedener Werkstoffe gleich eine Reihe von Vorteilen für die Klebstoffverbindungen, beispielsweise einen großen Spielraum bei der Gestaltung, Materialauswahl und Herstellungstechnik, keine Wärmebeeinflussung, keine Gefüge- und Festigkeitsveränderung der Bauteile beziehungsweise der Fügestelle, eine erhöhte Schubfestigkeit, gute Dämpfungseigenschaften und verbesserte Crash- und Steifigkeitseigenschaften im Fahrzeugbau. Für den Karosseriebau sieht Hölzel beispielsweise Potenziale für crashstabile Strukturklebungen und Unterfütterungsklebungen.

Von den Kompetenzen der ATN Hölzel konnten sich die Teilnehmer des Innoday beim Rundgang durch die gastgebenden Unternehmen überzeugen. ATN hat für Westfalia Presstechnik eine Hybridanlage realisiert, bei der das klassische Fügen, in diesem Fall das Punktschweißen, mit dem Kleben verbunden wird. Auf der Anlage werden Trägerbleche für Heckscheibeneinsätze miteinander verbunden. Durch das Kleben werden die Komponenten dabei mit einer höheren Festigkeit ausgestattet.

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Gleich mehrere Vorträge hatten das Thema Servotechnik zum Inhalt. „Servopressen sind ein Schlüsselelement für Industrie 4.0“, betonte Jörg Avemann vom Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen der TU Darmstadt. Er stellte Forschungsprojekte vor, in denen durch variable Pressenführung Zeitfenster geschaffen werden, um weitere Verfahren wie Hartlöten oder Schweißen zu integrieren. In einem gemeinsamen Projekt mit der HTPT arbeitet das Institut daran, den Umformprozess durch die Verarbeitung von Rückmeldungen aus nachgelagerten Prozessschritten aktiv zu beeinflussen.

Servopressen übernehmen viele Aufgaben

Die Servospindelpresse mit Direktantrieb aus dem Hause HTPT ist eine Sonderform der Servopresse. Eingesetzt wird sie beispielsweise bei der Produktion von Gehäusen für Lithium-Ionen-Batterien im Joint-Venture HTTM in Holland (Michigan/USA). Bei dieser Presse handelt es sich um eine auf den konkreten Anwendungsfall zugeschnittene Tiefziehpresse für die Serienproduktion von Batteriezellgehäusen. Sie verfügt über vier Spindeln, eine Presskraft von 3000 kN, 635 mm Hub, einen Servobandvorschub und einen 3D-Transfer. Über die Partnerschaft von H&T Battery Components und Transmatic Manufacturing Corp. sowie die generellen Aktivitäten der H&T Group im Bereich E-Mobilität berichtete Volker Seefeldt, Geschäftsführer der H&T Marsberg. H&T konzentriert sich im Rahmen dieser Zusammenarbeit auf die Herstellung metallischer Gehäuse für Lithium-Ionen-Batterien.

Auch die Besucher des Innoday konnten beim Rundgang eine Servospindelpresse von HTPT in Augenschein nehmen. Auf der Anlage entstehen unter anderem Sitzschienen und Kopfstützträger. Die Presse zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Hubzahl aus. Die Teile kommen mit einem hohen Glattschnittanteil aus der Maschine, sodass Nacharbeit entfällt und sie sofort lasergeschweißt werden können. Geschäftsführer Matthias Schwarzendahl ließ es sich dann auch nicht nehmen, in der anschließenden Diskussionsrunde noch einmal die Vorteile der Servospindelpresse zu erläutern.

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