Servotechnik

Servopressen erobern den Markt für Umformtechnik

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„Auf jeden Fall“, so sieht es auch der Desch-Antriebsspezialist Schulte-Siepmann. „Man kann mit langsamster Drehzahl durch den Lastbereich fahren, man kann mit konstanter, hoher Drehzahl stanzen, man kann komplizierte Teile mit einem eigens festgelegten Stößelgeschwindigkeits-Profil arbeiten oder im Pendelhub mit der minimal nötigen Hubhöhe arbeiten, und das überwiegend präziser und schneller mit einer Maschine, als es zuvor mit rein mechanischen Pressen möglich war“, sagt er.

Antriebskonzept für die Vorteile der Servopressen entscheidend

Die Besonderheit und das, was eine Servopresse ausmacht, das ist wohl das Antriebskonzept, von dem Schulte-Siepmann meint: „In erster Linie sind es die Antriebskonzepte mit der Flexibilität eines Servomotors einerseits und zum anderen die Auswahl des zum Antriebsmotor passenden Getriebes, um letztendlich den gewünschten Drehzahlbereich und die Presskraft für das geplante Teilespektrum realisieren zu können.“

Eindeutig auf das Antriebskonzept veweist auch Schwarzendahl, auch „wenn es dafür eine ganze Palette verschiedener Auslegungen für die Übertragung der Kräfte auf den Stößel gibt“. Für Klaus Rothenhagen spielen darüber hinaus auch die peripheren Anlagenteile eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die Vorteile einer Servopresse voll auszuspielen. „Transfer und Servo-Ziehkissen runden den Gesamtvorteil einer Servopresse ab“, meint er.

Servopressen erschließen sich neue Anwendungsgebiete

Die Einsatzgebiete einer Servopresse scheinen breit gefächert und ohne Beschränkung für alle Anforderungen der Umformtechnik zu gelten. Vorreiter spielen, wie fast immer, die Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Schwarzendahl sieht aber in absehbarer Zeit auch Anwendungen in der Hybrid- und Fügetechnik sowie in der Verpackungsindustrie. Für Rothenhagen gibt es da keinerlei Begrenzung, was die Umformung von Blechen angeht. Demnach entsprechen Servopressen allen Anforderungen, und das ohne Einschränkung.

Und Schulte-Siepmann geht dabei ins Detail, wenn er sagt: „Die Servotechnik eignet sich insbesondere für Bauteile mit zum Teil aufwendigen Bearbeitungsschritten. Dies betrifft die klassischen Bearbeitungsverfahren wie: Lochen, Schneiden, Ziehen und Prägen, aber auch neue Fertigungsoperationen wie Schweißen oder Gewindeschneiden. Das künftige Potenzial dieses Maschinentyps wird zum großen Teil von der Innovationskraft der Werkzeugbauer bestimmt. Ein Ende der Entwicklung ist deshalb derzeit nicht absehbar“, meint er.

Mit Servopressen kann man die Maschine dem Umformwerkzeug anpassen

Weitere Entwicklungspotenziale sieht Rothenhagen vor allem im Energiemanagement, obwohl da die Servopresse bereits vor allen anderen punktet. Für Schwarzendahl hat die Entwicklung gerade erst richtig begonnen. „Derzeit werden erste Erfahrungen gesammelt und in die Praxis überführt. Musste sich bisher das Werkzeug der Maschine anpassen, so wir es in Zukunft umgekehrt sein“, sagt er.

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