Arbeitsschutz Kurze Durchlaufzeiten bei maximaler Freiheit – in der Anwendung von Blechbearbeitungsmaschinen darf Sicherheitstechnik, die für den Schutz der Maschinenbediener gedacht ist, nicht die Fertigung verlangsamen oder die Leistungsfähigkeit einschränken.
Blick in die Fertigungshalle bei Asco.
(Bild: Asco)
Für die Bearbeitung von Blechen sind eine Reihe von Verfahren möglich: Dazu gehören unter anderem das Schweißen, Stanzen und Walzen sowie das Biegen oder Abkanten. Die Bezeichnung „Blech“ bezieht sich auf in Form gebrachte Metalle aller Art, die für Fassaden, Verkleidungen, Blenden, Bordwände für Pkw-Anhänger oder für Be- steckeinsätze in Küchen zum Einsatz kommen.
Produktionsprozesse dürfen nicht verlangsamt werden
Auf die Entwicklung und Produktion von Langabkantmaschinen hat sich die 2011 gegründete Asco GmbH spezialisiert. Die Anlagen der Variobend-Reihe biegen Aluminium- und Stahlbleche, die beim Bau von Dächern, Hallen- und Gebäudefassaden verwendet werden. Die von Asco konstruierten Langabkantmaschinen und Doppelbieger verfügen über eine Biegeleistung von 1,50 mm bis 2,00 mm Stahlblech in einer Länge von 4 bis 12 m. Das Biegesystem mit schräg gestellten Biegewangen ist patentiert, fertigt präzise Kantteile und erlaubt die Herstellung unterschiedlichster Produkte. Alle Bewegungsabläufe sind dabei extrem schnell.
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„Beim Betrieb unserer Maschinen ist es oft unvermeidbar, dass sich Mitarbeiter in Gefahrenbereichen aufhalten. Häufig müssen minimale Eingriffe in den Fertigungsprozess vorgenommen werden – während die Produktion mit Höchstgeschwindigkeit läuft“, erklärt Werner Bischof, Maschinenbau-Ingenieur und bei Asco für die Softwareentwicklung verantwortlich. „Die Kunst besteht darin, Maschinen sicher zu konstruieren, ohne dass der Kunde das Gefühl hat, dass Sicherheitsvorgaben die Produktionsprozesse verlangsamen, und diese deshalb möglicherweise eigenmächtig umgeht.“
Sicherheit ist nicht automatisch teurer
Die Weiterentwicklung der Maschinen ist für Asco selbstverständlich. Bischof führt aus: „Wir haben aktuell unsere komplette Hydraulik weiterentwickelt – vom Block bis zum Antriebsstrang – und haben darüber hinaus direkt unsere Sicherheitspakete modernisiert.“ Alle Maschinen arbeiten mit einer intelligenten Start-und-Stop-Technologie, die Energieverluste vermeidet und damit auch Lärmbelästigung reduziert.
Auch bei der Auswahl der Komponenten handelt das Unternehmen zukunftsorientiert: So verbaut Asco zum ersten Mal den neu entwickelten Sicherheitsdruckschalter DS6 von Hydropa in allen gefahrbringenden Bewegungsabläufen – zusätzlich zu den obligatorischen Not-Halt-Tastern, die einen sofortigen Maschinenstillstand herbeiführen können. Axel Binner, Geschäftsführer von Hydropa, präzisiert: „Der DS6 ist mit einer aktiven Sensorik ausgestattet und erkennt automatisch gefahrbringende Situationen. Der Sicherheitsdruckschalter führt dann eigenständig einen sicheren Zustand herbei – ohne dass ein Mitarbeiter aktiv werden muss. Der Sicherheitsdruckschalter ist für hydraulische und pneumatische Anwendungen entwickelt, um steigenden oder fallenden Druck zu überwachen und so zuverlässig die Funktionstüchtigkeit von Sicherheits- und Notfunktionen zu gewährleisten.“
Unwissenheit schützt vor Schaden nicht
Hersteller von Industriemaschinen unterliegen einer Marktbeobachtungspflicht: Werden die Maßnahmen des Herstellers zur Gewährleistung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes in der Praxis umgangen, muss die Ursache ermittelt werden und die Sicherheitsmaßnahmen für den Personenschutz müssen gegebenenfalls verbessert werden. Asco-Gründer und Geschäftsführer Sylvio Matthäß erklärt: „Wir als Hersteller sitzen eigentlich zwischen den Stühlen – wir wollen unsere Kunden zufriedenstellen, die sich möglichst schnelle und hocheffiziente Maschinen wünschen. Gleichzeitig müssen wir alle aktuellen Auflagen und Normen kennen und diesen auch gerecht werden – sonst können wir als Hersteller bei Unfällen genau wie die Betreiber zur Verantwortung gezogen werden.“
Udo Schuster berät Unternehmen bei der rechtskonformen Einführung von Maschinen im europäischen Wirtschaftsraum. Der Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer des Ingenieurbüros Schuster erklärt: „Gerade kleinere Unternehmen, die mit dem Bau einer Maschine beauftragt werden, haben häufig nur sehr lückenhafte bis keine Kenntnis von aktuellen Richtlinien und Normen. Auch wissen sie oft nicht, dass es smarte Sicherheitsbauteile wie den DS6 auf dem Markt gibt. Hier ist eine gute Beratung erforderlich, um solche Unternehmen vor schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen zu schützen."
Wo Sicherheit drin ist, muss auch Sicherheit draufstehen
Was viele Unternehmen nicht wissen: Hersteller von Komponenten, die auf dem Markt bereitgestellt werden, um Sicherheits- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten, sind verpflichtet, durch eine CE-Kennzeichnung sowie eine mitgelieferte EG-Konformitätserklärung die Konformität der Sicherheitsbauteile mit der Maschinenrichtlinie zu bestätigen. Binner erklärt: „Bei der Optimierung eines Hydraulikaggregats haben wir festgestellt, dass es bis dato keinen zertifizierten Sicherheitsdruckschalter gab. Also haben wir als erfahrene Hydrauliker und Druckschalterexperten einfach selbst einen Sicherheitsdruckschalter entwickelt – mit allen benötigten Anforderungen und allen gewünschten Funktionen.“ Der DS6 ist aktuell der einzige Sicherheitsdruckschalter, der alle Anforderungen an sicherheitsbezogene Bauteile gemäß EN ISO 13849 erfüllt, und deshalb für den Personenschutz in Maschinen zulässig.
Stand: 08.12.2025
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Die 1-kanalige Variante erfüllt mit dem Zuverlässigkeitskennwert B10D bereits höchste Sicherheitsanforderungen. Wird die 2-kanalige Variante verbaut, so können Sicherheitsfunktionen in Industriemaschinen sogar Performance-Level e erreichen. Binner fügt hinzu: „Mit dem DS6 wird die Überwachung von Druck vereinfacht, und das, ohne höhere Kosten zu verursachen und ohne Produktionsprozesse zu beeinträchtigen oder sogar zu verlangsamen.“ Dazu ergänzt Bischof: „Uns hat die einfache Einbindung in das System sowie die Zuverlässigkeit überzeugt.“
Hersteller, die Komponenten irreführend als Sicherheitsbauteile auf dem Markt bereitstellen, aber die Anforderungen der Maschinenrichtlinie nicht erfüllen, verstoßen gegen geltendes Recht und können mit Geldstrafen bis 100.000 Euro sanktioniert werden. Hans-Joachim Ostermann, Fachreferent im Bereich europäisches und nationales Maschinenrecht, erläutert: „Auch wenn es nicht immer gleich die höchste Summe ist, die die Behörde aufruft, tun solche Kosten doch weh. Dazu kommt, dass bei einem Unfall die Versicherung den Schaden zwar zunächst reguliert, aber anschließend den Verursacher in Regress nimmt – sei es der Hersteller oder der Betreiber. Darüber hinaus wiegt gerade bei kleineren Unternehmen der Ausfall von Fachkräften schwer, da der Markt kaum adäquaten Ersatz hergibt. Das heißt, sie können sich einen Unfall überhaupt nicht leisten.“ Er führt weiter aus: „Kontinuierliche Aufklärung ist nötig – niemand fühlt sich zum Beispiel durch einen Sicherheitsgurt im Pkw eingeschränkt; es ist heute völlig normal, sich anzuschnallen. Das Gleiche sollte für Sicherheitsanforderungen bei Industriemaschinen selbstverständlich sein: Sie schützen Hersteller und Betreiber vor nicht wiedergutzumachenden Personenschäden und auch vor immensen Sach- und Imageschäden.“
Schnell, effizient und trotzdem sicher
Asco meistert den Spagat: Die Firma bietet Kunden ausgefeilte Maschinensicherheit – ohne die Leistungsfähigkeit der Langabkantmaschinen und Doppelbieger einzuschränken. Binner erklärt: „Bei der Entwicklung von Sicherheitskonzepten und Industrieanwendungen reicht es nicht, lediglich einzelne Komponenten zu betrachten – wir sehen uns immer alle Prozesse an mit dem Ziel, sie zu vereinfachen und sicherer zu gestalten. Das ist uns mit dem DS6 gelungen: Wir konnten die Kontrolle der Drücke vereinfachen ohne dass dadurch zusätzliche Kosten generiert werden wird oder Produktionsprozesse länger dauern. Der DS6 stellt einen neuen Sicherheitsstandard dar.“
Asco-Geschäftsführer Matthäß ergänzt abschließend: „Wir können und wollen keine zwei Standards anbieten, denn auf Sicherheit kann unter keinen Umständen verzichtet werden. Deshalb konstruieren unsere erfahrenen Ingenieure alle Maschinen und Anlagen so, dass sie ergonomisch und bedienerfreundlich sind – und trotzdem schnell und hocheffizient arbeiten.“ MM
* Hanna Pollmann ist zuständig für die Pressearbeit der Hydropa GmbH und Cie. KG in 58456 Witten, Tel. (02 03) 9 84 34-14