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Die gesamte Anlage trägt das CE-Zeichen und ist nach der europäischen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ausgeführt, die zur Sicherheit der Mitarbeiter unter anderem einen Schutzzaun vorsieht. Mehrere Schutzbereiche gewährleisten, dass in einem davon schon Tätigkeiten durch den Bediener ausgeführt werden können, während in einem anderen noch automatische Bewegungen ablaufen. Ist ein solcher Teilbereich geöffnet, wird die Geschwindigkeit dort automatisch auf ein sicheres Maß reduziert. „Durch die räumliche Anordnung der Pulte ist zudem konstruktiv ein ausreichender Abstand zu den beweglichen Anlagenteilen und zum Band sichergestellt“, so Lüdecke. Die normale Zeitdauer bis zum Stillstand beträgt 12 s, bei Bedarf kann diese auf 6 s beziehungsweise im Notfall sogar auf 3 s verkürzt werden.
Übersichts- und Detailbilder visualisieren die Prozessschritte
Das Material läuft aus Bedienersicht von links nach rechts mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 300 m/min durch die Anlage. Die einzelnen Prozessschritte werden mit Übersichts- und Detailbildern visualisiert. Der Bediener kann seine Eingaben direkt über Buttons und Datenfelder in den Bildern oder über PopUp-Fenster vornehmen. Die materialtypischen Achseinstellungen lassen sich als einzelne Datensätze mit alphanumerischen Namen in einer Datenbank abspeichern. Auch eine kundenspezifische Auftragsverwaltung kann in das System integriert werden. Eine Anbindung an das Firmennetz sorgt dafür, dass der Bediener jederzeit seinen aktuellen Produktionsplan abrufen kann. Bei einem Kassettenwechsel erkennt das System durch ein Identifikationssystem, welche Kassette aktuell eingebaut ist. Ein manuelles, zeitintensives Nachjustieren ist nicht mehr notwendig. Durch weitere Automatiken, beispielsweise in Form eines automatischen Bund- und Spulentransports, können Parallelarbeiten getätigt werden. Was zuvor zwei Männer erledigt haben, kann somit nun ein einzelner Mitarbeiter übernehmen.
Zu Wirtschaftlichkeit und Komfort trägt auch ein von B+S entwickeltes Einfädelsystem bei: Das zu bearbeitende Band wird dabei wie üblich in Form eines Bundes auf den Abhaspel aufgebracht, ein manueller Einzug ist jedoch nicht nötig. Vielmehr wird der Bandanfang im Anlageneinlauf in einem Klemmbalken eingespannt und mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 m/min bis in den Auslauf durchgezogen. Dadurch wird kein Pilotband benötigt und das Anschweißen oder die Notwendigkeit von Leitblechen entfallen.
Auch das Anwickeln auf dem Aufhaspel erfolgt automatisiert mit einem Gurtwickler. „Die Produktivität der Anlage steigt, da schnell und effizient mit der eigentlichen Bearbeitung begonnen werden kann“, resümiert der technische Leiter. Damit das Band am Ende akkurat hochgewickelt ist, sind Ab- und Aufhaspel zudem jeweils mit einer Bandkantenregelung ausgerüstet. Dabei stehen die jeweils sechs Tonnen schweren Haspel auf spielfrei vorgespannten, wälzgelagerten Linearführungen. Diese sorgen zusammen mit der Kantenerfassung sowie der Positionsregelung über einen servo-hydraulisch angesteuerten Hydraulikzylinder für ein präzises Ab- und Aufwickeln.
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