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In der Motorenfertigung hat die robotergestützte Teilereinigung die „alten“ und weniger flexiblen Transferanlagen nahezu vollständig verdrängt. Eine ähnliche Entwicklung fand dort auch bei Dichtprüf- und Honanlagen statt, um sehr viel schneller und preisgünstiger als früher auf ein anderes Motorenteil umrüsten zu können.
Entscheidend im Automobilbau sind die Lebenszykluskosten der Teilereinigungsanlagen
Aufgrund der steigenden Energiekosten wurden in der Automobilindustrie vielerorts Energiesparprogramme aufgelegt. So zählte man Reinigungsanlagen zu den Energievernichtern, weil sie die Teile bei der Reinigung aufheizen und danach trocknen und wieder abkühlen müssen. Neue Technologien in der Reinigungstechnik tragen dem hohen Energieverbrauch Rechnung. Die Automobilisten betrachten heute bei Investitionsentscheidungen die Gesamtlebenszykluskosten (TCO, LCC).
Ein weiterer Trend ist das sehr starke Marktwachstum in China, Indien und Brasilien. Dort ist die Nachfrage nach Produktionslinien dramatisch gestiegen. China wird in Kürze ein Drittel aller weltweit produzierten Fahrzeuge stellen. Während die Märkte in Europa eher stagnieren, werden in diesen Schwellenländern die Wachstumsraten der nächsten Jahre unseren Bedarf wesentlich bestimmen. Folglich werden über die Zukunft vieler Akteure der Reinigungstechnik Wettbewerbsfaktoren wie Internationalität und Globalisierung entscheiden.
Zeitgleiche Verfahrensabläufe in getakteten Karusselanlagen
Die Anlagenhersteller MTM, Marienheide verfolgt aus diesen Gründen eine konsequente Innovationsstrategie. Im Fokus stehen Nachhaltigkeit, Energieeinsparung und Stückkostenreduzierung, ohne die anderen Marktbedürfnisse im Automobilbereich aus den Augen zu verlieren. „In diesem Umfeld haben wir mit unseren kreisgetakteten Anlagen trotz der möglichen geringsten Nebenzeiten um 2 s die üblichen Verfahrensabläufe realisieren können“, berichtet MTM-Marketingmanagerin Mareike Meißner.
Prozessschritte wie Hochdruckentgraten, Flutinjektionswaschen, Spülen, Abblasen, Vakuumtrocknung, Be- und Entladen laufen bei den getakteten Karusellanlagen zeitgleich ab. Taktzeiten um 10 s sind dabei möglich.
Teilereinigungsanlage beim Entgraten ähnlich flexibel wie ein Roboter
Die Vorteile dieser Anlagentechnik überzeugten im Vergleich zu Reihenanlagen und Einkammersystemen, sagt Meißner, die diesbezüglich auf eine weitere Innovation verweist: einen sogenannten Lanzenspirographen – eine Baugruppe, mit der beim Hochdruckentgraten die Lanze gezielt an alle Gratformen herangeführt werden kann. „Wir haben bereits einen guten, dem Roboter nahe kommenden Flexibilitätsstatus erreicht“, berichtet die Markteting-Managerin.
Jüngste Entwicklung auf diesem Gebiet ist die Robotaktanlage, in die der Lanzenspriograph installiert wurde. „Sie verbindet die Vorteile kurzer Nebenzeiten und zeitparaller Abläufe mit der Flexibilität einer Roboterzelle“, erläutert Meißner.
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