Keine Ruhe im Handel Verdoppelte US-Zölle auf Stahl lösen nächste Eskalationsstufe aus

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Wirtschaftsvereinigung Stahl ist besorgt, dass US-Präsident Donald Trump die Zölle auf die Einfuhr von Stahl in die USA von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent des Warenwerts erhöhen will.

Immer höhere Hürden! Nachdem Donald Trump China mit Vorwürfen überzogen hat, sich nicht an die Genfer Abmachungen zu halten, will er bereits in wenigen Tagen die Zölle für Stahl und Aluminium aus der EU auf 50 Prozent anheben. Die EU denkt nun an baldige Gegenreaktionen.(Bild: ©  Scanrail - stock.adobe.com)
Immer höhere Hürden! Nachdem Donald Trump China mit Vorwürfen überzogen hat, sich nicht an die Genfer Abmachungen zu halten, will er bereits in wenigen Tagen die Zölle für Stahl und Aluminium aus der EU auf 50 Prozent anheben. Die EU denkt nun an baldige Gegenreaktionen.
(Bild: © Scanrail - stock.adobe.com)

Die von Präsident Trump angekündigte Verdopplung der US-Zölle auf Stahlimporte markiert eine neue Eskalationsstufe im transatlantischen Handelskonflikt, sagte Kerstin Maria Rippel, die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Denn eine 50-Prozent-Abgabe auf Stahlexporte ist eine massive Belastung für die eh bereits angeschlagene Branche, weil sie den Druck weiter erhöhen wird und die deutsche Stahlindustrie auf vielfältige Weise treffe.

Damit meint sie nicht die primäre Auswirkung des Stahlexports in die USA. Noch problematischer sei ein sekundärer Effekt! Denn traditionelle Lieferländern drohe durch so hohe Zölle der Verlust des Zugangs zum US-Markt. Um das auszugleichen, würde deren Stahl in den EU-Markt umgeleitet. Dadurch werde sich der ohnehin bereits erhebliche Importdruck auf Europa weiter verschärfen. Wie Rippel anmerkt, wird schon heute jede dritte Tonne Stahl importiert. Damit sind nicht nur die Asiaten, allen voran China, oder Indien gemeint, sondern auch Russland. Denn es liefert bereits jetzt drei bis vier Millionen Tonnen Stahl in die EU. 50-Prozent-Zölle drohen übrigens auch auf Aluminium. Gelten soll das Ganze bereits ab dem 4. Juni.

EU wird Stahl- und Alu-Zölle nicht so einfach hinnehmen

Laut Rippel ist für die EU-Kommission jetzt wesentlich, die Balance zwischen hartem Handelsschutz und klugen Verhandlungen zu halten: „Konkret braucht es zum einen jetzt zeitnah ein wirkungsvolles Handelsschutzinstrument für die europäische Stahlindustrie.“ Daran werde auch schon intensiv gearbeitet. Zum anderen seien Verhandlungen über ein bilaterales Stahlabkommen mit den USA wichtig, was die Wirtschaftsvereinigung unterstützen wird. Nun gilt es, den im Koalitionsvertrag angekündigten Support aus Brüssel zu aktivieren. Und es tut sich auch schon was. Denn die EU übt bereits scharfe Kritik. Sie droht auch mit einer Gegenreaktion noch vor dem Sommer. Die Zölle untergraben, wie es dazu heißt, die laufenden Bemühungen, den Handelsstreit zu entschärfen. Das führt nur zu mehr Unsicherheit in der globalen Wirtschaft und zu Kostensteigerungen für die Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks bedeutet. Die EU könnten demnach bereits vor Mitte Juli reagieren. So würden nach derzeitigem Stand automatisch jene Gegenzölle in Kraft treten, die bereits für den 14. April angedacht waren. Jetzt kommt es erneut darauf an, wie die nächsten Verhandlungen ausgehen.

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