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Fertigungsoperationen können an beliebiger Stelle durchgeführt werden
Das Dreistern-Konzept einer multifunktionalen Profiliermaschine geht einen völlig anderen Weg. Die Grundforderung an das neue Konzept war, dass an jeder beliebigen Stelle der Maschine beliebige Operationen, wie beispielsweise Profilieren, Stanzen oder Schweißen, innerhalb üblicher Werkzeugwechselzeiten integriert werden können. Der entscheidende Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Anlage schnell und präzise im Hinblick auf ein neues Produkt konfiguriert werden kann. Der Platzbedarf einer solchen Anlage sinkt damit um 30 bis 50 % im Vergleich zu konventioneller Technik. Keinerlei redundante Anlagenkomponenten belasten den Maschinenstundensatz. Genau das war das Ziel der Dreistern-Entwicklung: mehr Flexibilität, aber weniger Kosten und weniger Platzbedarf.
Vorbild für die Entwicklung waren die Wechselkassetten für Rollformwerkzeuge, wie sie Dreistern bereits seit langer Zeit liefert. Mit den standardisierten Aufnahmen können Werkzeuge schnell und einfach getauscht werden. In analoger Weise sollten in Zukunft ganze Anlagenteile, wie zum Beispiel mitlaufende Stanzaggregate oder auch Schweißeinrichtungen, getauscht werden können. Eine Maschine mit 60 Umformstationen könnte in Zukunft also einmal hochkomplexe Profile herstellen und am nächsten Tag ein einfacheres Profil mit beispielsweise 18 Stationen, aber jetzt zusätzlich mit umfangreichen Vor- und Nachbearbeitungsoperationen liefern. Die Maschine wäre immer die gleiche. Es würden lediglich flexible Anlagenkomponenten ausgetauscht.
Verschiedene Komponenten mussten völlig neu überdacht werden
Für dieses neue Anlagenkonzept müssen einige wesentliche Maschinenkomponenten von Grund auf neu konzipiert werden. Dazu gehören vor allem der Maschinenunterbau und die Maschinensteuerung. Der Maschinenunterbau muss neben den Umformkräften beim Profilieren auch hohe Stanzkräfte aufnehmen können. Das bedeutet deutlich mehr Steifigkeit. Gleichzeitig müssen an jeder beliebigen Stelle der Maschine Stanzabfälle nach unten fallen können und von dort sicher abgeführt werden. Trotz aller Veränderungen sollte die Kompatibilität zu bisherigen Dreistern-Anlagen und -werkzeugen weitgehend erhalten bleiben.
Fast noch größer ist die Herausforderung hinsichtlich der Maschinensteuerung und Energiezuführung. An jeder Position innerhalb der Maschine muss in standardisierter Form nicht nur elektrischer Strom, sondern auch die Hydraulik- und Pneumatikversorgung gewährleistet sein. Bei der Hauptsteuerung handelt es sich um eine standardisierte Schnittstelle, sodass die Versorgungs- und Steuerleitungen einfach und schnell per „Plug-and-play“ verbunden werden, denn die enorme Flexibilität muss für die Bedienungsmannschaften beherrschbar bleiben.
Das Gleiche gilt für die Hydraulikversorgung. Auch diese kann als mobile Einheit per Stapler oder Hubwagen zum neuen Einsatzort transportiert werden. Mithilfe umfangreicher Grafikunterstützung kann der Bediener am Bildschirm die aktuelle Anlagenkonfiguration abbilden und so die Steuerung für die neue Fertigungsaufgabe einrichten. Diese Möglichkeiten wurden auf dem Innovationsforum praktisch demonstriert.
Diese Ideen und Gedanken hat Dreistern nun in seinen neuen, mutlifunktionalen Profilieranlagen in die Realität überführt. Über die Technik und die Vorteile einer solchen Anlage konnten sich die Fachbesucher der Dreistern-Innovationstage 2014 informieren und überzeugen.
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