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IWU/Salzgitter AG

Warmumformungsprozess verkürzt und Energie eingespart

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Investitionskosten sollten nicht der Hemmschuh sein

Natürlich würde André Albert genau wie alle anderen Projektbeteiligten die Ergebnisse am liebsten sofort in die Praxis umsetzen. Weiß er doch um die möglichen Einspareffekte für die Produktion. Doch er weiß auch, dass im ersten Schritt Investitionskosten für diese Technik nötig sind. Dass die neue Anlage dann auch passgenau auf die Erfordernisse der entsprechenden Produktion ausgerichtet werden kann, sei letztendlich jedoch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Anfragen aus dem Bereich Automobilindustrie und Zulieferer gäbe es einige, sagt Albert. Vielleicht, so denkt er bereits weiter, könne man gemeinsam mit Interessenten das Verfahren in die Serie überführen.

So habe man die Prozesssicherheit im Realversuch nachgewiesen. Entwicklungsbedarf besteht aber insbesondere noch im Bereich der Prozessauslegung mittels FEM-Simulation und in der Entwicklung geeigneter Konzepte zum axialen Nachschieben von Werkstoff in die Umformzone. Dies ist aufgrund der geringen Materialfestigkeiten bei den hohen Umformtemperaturen bisher noch nicht möglich. „Ebenfalls eine Herausforderung ist die Umsetzung von Verfahrenskombinationen durch die Integration weiterer Prozessschritte wie Lochen oder Fügen in den temperierten IHU-Prozess. Dies ist bei der Innenhochdruck-Umformung bei Raumtemperaturen längst Stand der Technik“, blickt der Wissenschaftler schon mal ein Stück voraus.

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Schon jetzt können jedoch viele der Einzelergebnisse genutzt werden. Unter anderem für Temak, die Technologieplattform Magnesium-Knetlegierungen. Dies ist ein unternehmerisches Bündnis für die Verarbeitung von Leichtbauwerkstoffen auf Basis von Magnesium-Knetlegierungen, welches sich mit innovativen Technologien zur deren Verarbeitung und dem entsprechenden industriellen Anwendungspotenzial beschäftigt, beispielsweise im Fahrzeug und im Gerätebau. Von der Herstellung von Magnesium-Halbzeugen über deren Verarbeitung bis hin zur Integration von Magnesiumbauteilen in bestehende und neu zu entwickelnde Produkte werden dabei alle Wertschöpfungsbereiche durch die Bearbeitung gemeinsamer Projekte abgedeckt, also auch die Umformung der Materialien. Im Vergleich zu Aluminium und Stahl weist Magnesium nämlich den Nachteil einer bei Raumtemperatur eingeschränkten Umformbarkeit auf. Dies macht wiederum eine Warmumformung erforderlich. Für die Konzeption und Erprobung geeigneter Verfahren bringt das IWU hier die Erfahrung mit der temperierten IHU ein.

Die Präsentation innovativer Rohrumformung mit Innhochdruck-Umformung wird bei der Salzgitter Hydrforming auch auf der diesjährigen Tube ein Themenschwerpunkt sein. Interessenten können sich in Halle 4, Stand H42 darüber informieren.

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