Konjunkturabdrift Weiterhin sinkende Aufträge in der deutschen Industrie

Quelle: dpa

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Das Ausland bestellt weniger und in Deutschland herrschen Material- und Fachkräftemangel sowie bedenkliche Energiepreisrekorde.

Die deutsche Industrie muss sich offensichtlich von ihrem Höhenflug in Sachen Auftragslage verabschieden, hat das Statistische Bundesamt analysiert. Denn auch im September 2022 sanken die Bestellungen ...(Bild:  Gschwandtner)
Die deutsche Industrie muss sich offensichtlich von ihrem Höhenflug in Sachen Auftragslage verabschieden, hat das Statistische Bundesamt analysiert. Denn auch im September 2022 sanken die Bestellungen ...
(Bild: Gschwandtner)

Deutschlands Industrie musste im September wieder Auftragsrückgänge verschmerzen, heißt es. Der Rückgang belaufe sich auf rund 4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Fast 11 Prozent weniger sind es mit Blick auf den betrachteten Monat im letzten Jahr, wie Statista meldet. Schon in den beiden Monaten davor waren die Auftragseingänge am Schwächeln, wie man sich vielleicht erinnert. Der Höhenflug, der nach der Coronapandemie durch Nachholeffekte ausgelöst wurde, scheint vorbei, wie das Bundeswirtschaftsministerium kommentiert. Das bedeutet aber auch nur, dass die Auftragslage derer von vor der Pandemie entspricht.

Doch der Ausblick bleibe angesichts der hohen Energiepreise, die die Endverbraucher immer stärker belasteten getrübt. Nach überraschend positiver Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal drohe nun ein schwaches viertes Quartal. Das BIP von Juli bis September war nämlich um 0,3 Prozent gewachsen, vor allem durch den Konsum der Privathaushalte.

Gutes und Schlechtes in Sachen Auftragslage

Die Bestellungen aus dem Ausland schlaffen ab, die Aufträge für die Industrie aus dem Inland hingegen sind im September um 0,5 Prozent leicht gestiegen, wie Statista weiter ausführt. Die Auslandsaufträge purzelten allerdings um 7 Prozent. Zwar gibt es ein Auftragsniveau wie vor der Pandemie, doch bei der Erfüllung desselben hätten die deutschen Unternehmen wegen der gestörten Lieferketten aufgrund des Ukrainekriegs und den anhaltenden Unsicherheiten durch Corona so ihre Probleme. Der Rückgang der Bestellungen habe jedoch auch dazu geführt, dass im September erstmals seit Mai 2020 wieder mehr Aufträge abgearbeitet wurden als neue hinzukamen.

Materialmangel bremst dringend nötige Produktivität

Derweil ist die Materialknappheit in der Industrie laut Umfrage immerhin leicht zurückgegangen, schaltet sich das ifo-Institut dazu. Fast 64 Prozent der Befragten gaben im Oktober 2022 an, dass sie Engpässe zu verkraften haben. Im September waren es noch rund 66 Prozent. Der Materialmangel führe auch dazu, dass der große Auftragsbestand der Industrie nicht so flott abgearbeitet werden kann, wie es möglich wäre. Leider wäre genau das das Effektivste, um die Konjunktur in diesen Zeiten zu stützen, sagen die Experten.

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