Umformen Werkzeuge für die Blechumformung
Meist ist das Augenmerk auf das Umformergebnis gerichtet. Dass zum Erreichen dieses Ergebnisses nicht nur die Auswahl des umzuformenden Rohmaterials eine entscheidende Rolle spielt, sondern auch der für das Umformwerkzeug verwendete Werkstoff, ist einleuchtend.
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Bei der Auswahl der Werkstoffe für die Umformwerkzeuge sind für die Werkzeugbauer die geforderten Bauteileigenschaften ein erster unmittelbarer Ansatzpunkt. Doch Werkzeugbauer betrachten den Auswahlkomplex aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Karle + Jung GmbH ist ein Werkzeughersteller mit über 30-jähriger Erfahrung. Das Tochterunternehmen der Dieffenbacher Group bietet Werkzeugsystemlösungen für die Sparten Haushalt, Gastronomie und Automotive. Im Vordergrund steht dabei die Umformung von rostfreien Stählen und Aluminiumzierteilen.
„Im Bereich Rostfrei sind Aluminium-Mehrstoffbronzen immer noch der Werkstoff überhaupt, obwohl Materialkosten, Lieferzeiten und Bearbeitung nicht dafür sprechen“, sagt Dr. Klaus-Jürgen Pahl, Geschäftsführer der Karle + Jung GmbH. Diese seien wegen der guten und konstanten Reibeigenschaften sowie der erforderlichen Vermeidung von Fremdrost jedoch momentan bei anspruchsvollen Ziehaufgaben nicht wegzudenken. Bei Zierteilen stehe in der Regel die Beschichtbarkeit der Aktivteile im Vordergrund, um auf Schmiermittel möglichst vollständig verzichten zu können.
Kunststoffwerkzeuge nach Kundenwunsch
Neben dem klassischen Werkzeugstahl gibt es Alternativmaterialien. Werkzeuge aus Holz oder aus Kunststoff beispielsweise haben durchaus eine Relevanz für die industrielle Blechumformung. So werden Kunststoffe in Platten- oder Blockform oder als Formteil angeboten.
Ein Spezialist für solche Werkstoffe ist die Obo-Werke GmbH & Co. KG aus Stadthagen. Der Polyurethanhersteller vertreibt seine Werkstoffe weltweit unter dem Markennamen „obomodulan“. Aufgrund der homogenen, in sich geschlossenen Oberfläche und der feinen Zellstruktur wird dieser Kunststoff insbesondere im Modell- und Formenbau eingesetzt.
„Die Abmessungen werden den individuellen Wünschen des Kunden angepasst. Formteile und Blöcke können bei Bedarf konturnah angeliefert werden. Hierdurch ergeben sich kürzere Fräszeiten sowie ein deutlich reduzierter Materialbedarf“, so Obo. Besondere Eigenschaften dieser Werkstoffe sind unter anderem der geringe Wärmeausdehnungskoeffizient sowie eine gute Spanbildung bei der Bearbeitung. Außerdem sind keine Klebefugen mehr vorhanden. „Die verschiedenen obomodulan-Typen sind in praktisch allen Anwendungsbereichen des Modellbaus verwendbar, so auch als Thermoplast-Tiefziehwerkzeuge“, bekräftigt Obo.
Aufgrund der hohen Druck- und Verschleißfestigkeit wird der Werkstoff „obomodulan Type 1200 sahara“ auch für Versuchs- und Vorserienwerkzeuge und den Prototypenbau eingesetzt.
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