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Im Laufe der Untersuchungen wurde bei Stauff ein Teststand für Salzsprühnebel-Prüfungen nach DIN EN ISO 9227 angeschafft. Es gab Teile, die die geforderten 500 h Weißrostbeständigkeit erreichten, allerdings waren auch Teile dabei, die nur knapp 100 h erreichten. Damit liegen diese Ergebnisse im ungünstigen Fall auf einem ähnlichen Niveau, wie sie Bauteile mit Chrom(VI)-freier Verzinkung und anschließender Blau-Chromatierung erreichen.
Zink-Nickel-Beschichtung mit Passivierung und Versiegelung lohnt sich
Aufgrund der Testergebnisse mit der dickschichtpassivierten Verzinkung und trotz der höheren Kosten hat sich das Unternehmen für die Zink-Nickel-Beschichtung mit Passivierung und Versiegelung entschieden. Die Zink-Nickel-Schicht bringt keinen klassischen Weißrost (Zinkkorrosion) hervor. Die Oberfläche zeigt allerdings einen Grauschleier, der sich durch Abwischen entfernen lässt (Bild 3). Die Spezifikation fordert im Salzsprühnebel-Test eine Zeit von 720 h Beständigkeit gegen Rotrost (Grundmetallkorrosion). Diese Forderung wird teilweise erheblich übererfüllt.
Außer der Beständigkeit im Salzsprühnebel-Test weist die Schicht weitere positive Eigenschaften auf:
- gleiche Medienverträglichkeit wie die bisherige Gelb-Chromatierung,
- bessere Temperaturbeständigkeit als die bisherige Gelb-Chromatierung (210 statt 80 °C),
- verbesserter Oberflächenschutz auch bei Handling und Montage.
Stauff hat sich aufgrund der Ergebnisse im letzten Herbst entschieden, das komplette Programm auf den neuen Korrosionsschutz mit Zink-Nickel-Beschichtung umzustellen, und damit eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre angenommen.
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