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„Wir haben überall nachgefragt, wie das gehen kann“, erinnert sich Hüter. Doch etwas Vergleichbares hatte es zuvor noch nicht gegeben. Die Verant-wortlichen bei ZF Lemförder sprachen mit Arbeitsagenturen, mit Bildungsträgern, mit Schulen und mit Kommunalpolitikern. Die Bereitschaft zu helfen war bei allen direkt vorhanden. Nicht zuletzt die starke Verankerung des Unternehmens als größter Arbeitgeber in einer ländlichen Struktur hat zusätzliches Engagement freigesetzt.
Berufsschulen öffnen ihre Übungswerkstätten
Herausgekommen ist schließlich eine Art Bildungsverbund, an dem sich gut ein Dutzend regionale Berufschulen und andere Bildungseinrichtungen beteiligten. Besonderes Engagement zeigten die Schulen, die in ihren Übungswerkstätten ganztägige Weiterbildungskurse anboten, ohne dass der normale Unterricht gestört wurde. Für die beteiligten Lehrer sei das schon eine Herausforderung gewesen, meint Hüter. Aber auch für viele ZF Lemförder-Beschäftigte, für die es mehr als ungewohnt war, stundenlang die Schulbank zu drücken.
Eine weitere Schwierigkeit bereitete die Logistik. Schließlich mussten die vielen Menschen zu den einzelnen Bildungsstätten gebracht und auch wieder abgeholt werden. Die Verantwortlichen organisierten daher einen entsprechenden Busdienst. Rund sechs große Reisebusse waren jeden Tag im Einsatz. Morgens glich der Parkplatz vor dem Werkseingang dann auch mehr einem Busbahnhof.
Berufsausbildung mit IHK-Abschluss nachgeholt
Das alles war eine echte organisatorische Herausforderung. „Doch ohne die große Unterstützung der Arbeitsagenturen und Bildungsträger hätten wir die Kurzarbeit und Qualifizierung für diese hohe Zahl an Mitarbeitern nicht auf die Beine stellen können“, so Geschäftsführer Hüter.
Wichtig sei auch die große Bandbreite der Bildungsangebote und deren hohe Qualität gewesen, was maßgeblich zur Akzeptanz bei den Beschäftigten beigetragen habe. Rund 70 Mitarbeiter nutzten übrigens die Weiterbildungsmöglichkeiten, um mit sechs- oder zwölfmonatigen Kursen eine Berufsausbildung mit IHK-Abschluss zu erreichen. Was Hüter besonders freut ist die Tatsache, dass darun-ter viele Frauen – auch ältere – waren, die ihren Abschluss teilweise mit Auszeichnung machten.
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