Suchen

Autozulieferer holt bei der Warmumformung auf

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Warmumformung hielt für Tower Automotive auch Überraschungen bereit

Trotz der guten Vorbereitung und der Unterstützung der Kooperationspartner gab es jedoch auch Überraschungen bei der Einführung der neuen Technik. So hatten die Ingenieure zunächst unterschätzt, wie schnell die Rückkopplung der Geometriedaten und metallurgischen Analysen in der Tryout-Phase erfolgen musste, um ein qualitativ hochwertigen Ergebnis zu erzielen. Eine besondere Herausforderung war auch das wiederhol- und positionsgenaue, vollautomatische Einlegen der heißen Platinen in das Werkzeug. So musste bei einem der neuen Werkzeuge schließlich der Beladegreifer kurzfristig neu konzipiert werden. Auch der dem Pressen nachgelagerte Laserprozess erwies sich als komplexer als erwartet.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Insgesamt war es aufgrund der engen zeitlichen Vorgaben von Kunden, Lieferanten und Management besonders wichtig, das Projekt sorgfältig und äußerst konsequent zu planen und zu steuern. Für jedes der drei Kundenprojekte gab es ein separates Team, das von einem Program Manager geleitet wurde. Darüber stand die Gesamtprojektleitung, die von der Unternehmensberatung Axxcon übernommen wurde und auch die Supervision für den Bau der Anlage und des Gebäudes verantwortete. Für das interne Reporting wurde ein Steering Team eingerichtet, an dem regelmäßig das Topmanagement von Tower Europa teilnahm.

Stringentes Projektmanagement führte zu erfolgreicher Inbetriebnahme

Jeder Projektbeteiligte musste stets detailliert berichten, an welchem Punkt er stand. Auch vermeintlich kleine und unproblematische Verzögerungen wurden angesprochen, damit sie sich nicht summieren und das Projekt gefährden konnten. Zudem war es wichtig, im Vorfeld so viele potenzielle Probleme wie möglich zu durchdenken und mögliche Handlungsoptionen zu entwickeln. Hilfreich war dabei eine besonders sorgfältig durchgeführte Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) mit allen relevanten Fachbereichen, aber auch die regelmäßige Diskussion und Berichterstattung im Steering Committee. Damit war die Information und die Unterstützung des obersten Managements sichergestellt und die regelmäßige Diskussion und Reflexion in Bezug auf Zielerreichung geführt.

Für Tower zahlten sich der Mut zum späteren Einstieg in die Warmumformung und die Stringenz im Projektmanagement aus: Nach einem Jahr lief in Zwickau das erste Teil fast auf den Tag genau vom Band. Und auch in den folgenden Monaten gelang es, die Terminpläne einzuhalten und alle drei Kunden termin- und qualitätsgerecht zu beliefern. Aufgrund weiterer Kundenprojekte war die Anlage bereits im ersten Jahr voll ausgelastet. Im Frühsommer 2016 wird in Zwickau eine zweite Anlage in Betrieb gehen und Tower rechnet damit, dass auch noch weitere folgen werden.

* Jörg Thäle ist Partner für die Bereiche Automotive und Industrie bei der Unternehmensberatung Axxcon GmbH & Co. KG in 65824 Schwalbach

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43944125)