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Pressenstraßen

Bei gigantischen Pressen steht viel auf dem Spiel

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Alle Prozesse für Pressenstraßen-Großprojekte sind genau beschrieben

Auch die Prozesse sind bei Schuler genau beschrieben. Handbücher und Checklisten geben bereits dem Vertriebsmitarbeiter eine Richtschnur, was zu tun ist. Das Ganze ist ein lernendes System – „da kommen alle Erfahrungen mit rein“, sagt Linnig. Wenn ein Punkt auf der Checkliste mit nein beantwortet wird, ist bei dem Pressenhersteller zudem festgelegt, wie in diesem Fall weiter vorgegangen wird. „Wir haben die Abläufe in drei Grobprozesse unterteilt: von der Anfrage bis zur Bestellung, von der Bestellung bis zur Endabnahme und die Aktivitäten nach der Endabnahme mit Garantieleistungen und Servicesupport“, berichtet Rothenhagen. Bei Aida seien alle Prozesse in Tausende Einzelschritte unterteilt, die der jeweilige Projektmanager bewerten und bei Bedarf korrigieren kann.

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Die Projektleiter berichten bei Schuler meist ein Mal im Monat an das Managementteam. In so einem Projektreview erhält das Management aktuelle Informationen zum Projektfortschritt, den Kosten und Terminen und kann somit den Status des Projektes beurteilen und über Engpassressourcen entscheiden. „Aus eigener Erfahrung empfehle ich eine direkte Berichtslinie zum Topmanagement“, sagt Thäle. Auch kann das Management mit seiner Erfahrung helfen, wenn sich mögliche Probleme abzeichnen: Ein Beispiel hierfür ist, wenn der Kostenzulauf und der Terminfortschritt nicht zueinanderpassen. „Dies kann eine Indikation für eine verzögerte Abarbeitung oder Kostenüberschreitung sein“, weiß Linnig.

Abnahmefahrten weisen Verfügbarkeit der Pressenstraße nach

Bei der Abnahme wird die technische Verfügbarkeit der Maschine in einem Leistungstest nachgewiesen. Grundvoraussetzung ist, dass es keinen produktionsverhindernden Mangel gibt. Wäre es nicht möglich, eine Anlage mängelfrei zu übergeben, könnte der Kunde auf Nachbesserung oder Reduktion des Vertragswertes bestehen. Deshalb ist es das Ziel, die Anlage mängelfrei an den Kunden zu übergeben, auch wenn weniger wichtige offene Punkte später noch abgestellt werden können. „Das sind aber alles nur Kleinigkeiten, die vom Service nach Übergabe der Anlage erledigt werden“, relativiert Linnig. Die Endabnahme ist zugleich auch der Start der Gewährleistung für Schuler, insofern hat das Unternehmen ein Interesse daran, dass sie zügig erfolgt.

Bei den technischen Risiken bei einer großen Pressenlinie unterteilt Aida sie in verschiedene Risikoklassen, wie Rothenhagen erläutert. Laut Linnig lassen sie sich auf einzelne Funktionen oder Komponenten begrenzen. „Als wir beispielsweise 2007 unsere erste Servopressenstraße bei BMW installiert haben, waren im Wesentlichen drei Dinge neu: der Pressenkopf mit den Torquemotoren, der Crossbar-Feeder und die Liniensteuerung.“ Damit ließen sich die potenziellen Risiken bereits identifizieren.

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