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Zu diesem Zweck wurden Proben aus heißen Quellen (Strokkur und Blaue Lagune in Island, Las Trinjeras in Venezuela) zunächst bei 55 °C – später bei 60 °C – angereichert. Im Fokus stand die Selektion thermophiler, also hitzeliebender Mikroorganismen, die Mineralöl abbauen können. Untersuchungen bezüglich der Evolution von Mikroorganismen zeigen, dass es zwischen denen von „gestern“ (zum Beispiel Archaeabakterien) und „heute“ (Echerichia coli) sehr große Unterschiede gibt.
Alle Proben von Mikroorganismen zeigen Wachstum
Zum Nachweis des Wachstums eignet sich die Trübungsmessung. Damit konnte die Mikroorganismendichte bestimmt werden, ohne die Probenmenge vermindern zu müssen. Die Extinktion (Trübung, optische Dichte) stieg stetig, bis das Maximum erreicht wurde.
Alle Proben zeigten Wachstum, obwohl sie zuvor teilweise sechs Jahre lang im Kühlschrank gelagert worden waren. Die Mikroorganismen aus Island waren leichter anzureichern als die aus Venezuela. Das liegt wohl daran, dass letztere im schwefelsauren Medium leben. Die Organismen kolonisieren auch unterschiedlich.
Wie schon beschrieben, kann der Wachstumsverlauf der Biomasse über die optische Dichte dargestellt werden. Die Kurven unterliegen einigen Schwankungen, die durch die Öldosierungen erklärt werden können. In Bild 4 ist die optische Dichte über die Versuchszeit dargestellt: Die rote Kurve zeigt den tatsächlich gemessenen Verlauf der optischen Dichte, die blaue Kurve den generellen Wachstumstrend.
Starke Vermehrung der Mikroorganismen direkt nach der Ölzugabe
Man kann erkennen, dass sich die Biomasse stetig vermehrt, sofern die notwendigen Nährstoffe vorhanden sind. Nach jeder Ölzugabe steigt die Extinktion an, nach kurzer Zeit sinkt sie jedoch wieder ab. Dies scheint darauf hinzuweisen, dass direkt nach der Ölzugabe ein starkes Wachstum stattfindet.
Die Abbaumenge unterschiedlicher Fette und Öle pro Tag ist in Bild 5 dargestellt – bezogen auf 1 g Biotrockenmasse (durch Zentrifugation und Auswiegen bestimmt). Die Bestimmung der Ölmasse erfolgte jeweils acid-butyrometrisch – nach einem Verfahren, das in der Molkereiindustrie Standard ist und bis auf die Säurespaltung der Emulsionsbestandteile chemikalienfrei arbeitet.
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