Spiegel/Gasparini Blechbearbeitungs-Service nach Schweizer Art

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

In Kreuzlingen (Schweiz), direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze, hat die Spiegel AG ihr Domizil. Das kleine Serviceunternehmen der Blechbearbeitung konzentriert sich auf den Schweizer Markt. Doch während der 1. internationalen Hausmesse kam der Spiegel AG eine größere Bedeutung zu.

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Als Vertreter des italienischen Maschinenbauers Gasparini wird Spiegel die von Gasparini forcierten Aktivitäten für den deutschen Markt als Vorbild unterstützen. Es war heiß, doch im ansehnlichen Showroom der Spiegel AG im schweizerischen Kreuzlingen war es angenehm.

Zahlreiche Besucher scharten sich in lockerer Atmosphäre um die Biegezellen, Biegemaschinen oder Schleifmaschinen – es fand ein reger Informationsaustausch statt. Gekommen waren die Experten aus der Blechbearbeitung auf Einladung der Spiegel AG, die ihre erste internationale Hausmesse veranstaltete.

Das kleine 16-Mann-Unternehmen kann mittlerweile auf eine über 120-jährige Geschichte zurückblicken. Geprägt wurde es jedoch durch den Wandel hin zu einem Beratungs- und Serviceunternehmen der Blechbearbeitung.

Daniel B. Spiegel, der mit seinem Schwager Luigi Greco die Geschäftsführung inne hat, hört es nicht gerne, wenn man die Spiegel AG als Handelshaus bezeichnet. „Vielmehr“, so dokumentiert er glaubhaft, „ist der Service entscheidend – also das was eigentlich vor- und nach dem Verkauf einer Maschine alles abläuft.“

Blechbearbeiter wollen Beratung und After-Sales-Service

Damit drückt Spiegel aus, dass sein Geschäft nur dann erfolgreich ist, wenn es seinen Kunden eine ordentliche Beratungsleistung im Vorfeld bietet und sich die Kunden sicher fühlen können, dass sie auch im After-Sales-Service eine optimale Betreuung bekommen.

Spiegel will den Kunden mit seriösen Leistungen und möglichst viel Nutzen überzeugen. Offensichtlich ist ihm dies unter anderem mit rund 50 verkauften Gasparini-Anlagen in der Schweiz gelungen. „Unter Beratung verstehen wir eine unabhängige, seriöse und vollumfängliche Informationspolitik für einen langfristigen Nutzen des Kunden. Die Lösung steht dabei immer im Vordergrund“, macht der freundliche Schweizer deutlich.

Die Konzentration auf Markenprodukte ist eine feste Regel bei Spiegel, weil das Unternehmen nur damit höchste Qualität und einen Top-Service garantiert. So gehören neben dem Italiener Gasparini auch die Unternehmen Kuka Roboter, RAS-Biegemaschinen, Ernst Entgratmaschinen oder Rollerie als Abkantwerkzeughersteller und einigie andere zu den Partnern von Spiegel. Damit konnte auch die erste internationale Hausmesse im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Österreich eine interessante Mischung von Blechbearbeitungstechnologien bieten.

Gasparini-Biegezellen im Mittelpunkt

Top-Lösungen unter den Exponaten waren die Gasparini-Biegezellen Smart-Bend-Cell, die in zwei Versionen, der X-Press 150 und der X-Press 25 ihre Möglichkeiten demonstrierten. Bei diesem Fertigungskonzept handelt es sich um eine Integration von Hochtechnologie für eine mannlose und hocheffiziente Blechbearbeitung.

Demonstriert wurde, wie mit Highend-Komponenten, den Gasparini-Abkantpressen und den Kuka-Handlingrobotern, durch eine fachgerechte Integration, für die die Robopower AG verantwortlich zeichnet, eine Lösung für die automatisierte und kostengünstige Blechbearbeitung durch Biegen realisiert werden kann. Mit der Smart-Bend-Cell werden dem Anwender die Möglichkeiten geboten, auch kleine und mittlere Losgrößen flexibel und profitabel zu fertigen.

Auf viel Interesse stieß auch das an der X-Press 150 gezeigte und demonstrierte Robo-Wave-Bending. Dies ist eine neue softwaretechnische Komplettlösung für robotergesteuerte Biegeaufgaben.

Biegeroboter und Presse vom Büro aus programmieren

Damit werden sowohl Roboter als auch die Presse einfach und schnell von einem Büroarbeitsplatz aus programmiert und somit die Biegefolgen, die Presseneinrichtung, die Anschlagspositionierung sowie die Roboter-Werkzeugbewegung bestimmt. Seine besonderen Stärken soll Robo-Wave-Bending durch eine maximale Individualität und einfache Konfiguration ausspielen können.

Besonderes Aufsehen erregte die von Spiegel AG-Mitgeschäftsführer Luigi Greco vorgestellte Teleservice-Lösung, genauer Service- und Wartungskonzept, von Gasparini. „Zur Kunst das Blech zu schneiden und zu biegen, gehört ab heute auch die Kunst Maschinen über große Entfernungen hinweg zu warten und zu pflegen“, konstatiert Greco.

Kernstück dieser Dienstleistungen ist nach Grecos Aussage eine Technik zur Ferndiagnose der Gasparini-Maschinen, bei der eine einzigartige Transparenz für das Online-Support-Team bei Gasparini geschaffen wird. Dabei hat der Kunde die Wahl zwischen zwei Wartungspaketen mit den Namen Relax und Comfort.

Zwei Service-Pakete für die Blechbearbeitungsmaschinen

Relax beinhaltet demnach einen vorbeugenden Wartungseinsatz vor Ort, Fernwartung und Ferndiagnose, Online-Support sowie Bedienerkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Im Comfort-Paket finden sich der vorbeugende Wartungseinsatz vor Ort sowie die Fernwartung und Ferndiagnose. Mit diesen Service-Angeboten sollen die Gasparini-Maschinen beim Kunden permanent die größtmögliche Perfomance erreichen und beispielsweise die Abkantpressen auch ein optimales Biegeergebnis.

In diesem Zusammenhang verweist Greco auch auf eine Untersuchung zum Thema: „Wertschöfpung Blechbearbeitung Abkantpresse“, die von Prof. René Schmutz von der Hochschule für Technik und Architektur der HTA Luzern durchgeführt wurde. Danach hängt die Wertschöpfung von folgenden Produktionsvariablen ab:

  • Bedienerqualität,
  • Blechqualität und Umgebung,
  • Produktionsmittel sowie
  • Produktionsqualität.

Gasparini-Abkantpressen sollen diesen Kriterien mit den Ausrüstungen einer adaptiven Bombierung (die als besondere Stärke bei Gasparini gilt) und einem Winkelmesssystem in Echtzeitmessung entsprechen.

Aus Italien angereist war auch Luca Gasparin, Geschäftsführer der Gasparini S.p.A. aus Istrana. Denn die Spiegel-Hausmesse war offiziell auch der Startschuss für den Auftritt von Gasparini auf dem deutschen Markt. In den vergangenen Jahren aus organisatorischen Gründen abgeschwächt, soll dieser jetzt belebt und mit verschiedenen Service-Stationen bearbeitet werden.

Dafür steht das Beispiel Spiegel AG in seiner Aufgabe und Funktion exemplarisch für die künftigen Deutschland-Center. „Für uns ist der deutsche Markt ein äußerst wichtiger Markt, an dem wir mit unseren Highend-Maschinen nicht vorbeikommen“, manifestiert denn auch Luca Gasparin.

Erste Erfolge erwartet der italienische Geschäftsmann zur Euroblech im Oktober 2008 in Hannover, wo sein Unternehmen, neben der neuen Fernwartungslösung, auch mit einigen Innovation im Maschinenbereich überraschen will. Für den die Organisation und den Aufbau des deutschen Gasparini-Servicnetzes wird der Belgier Frank Heyerick verantwortlich zeichnen.

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