Autodesk CAD-Software für Prototypen-Entwickler

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Autodesk gilt als Synonym für Konstruktionssoftware in Mechanik und Maschinenbau. Außer glänzenden Zahlen hat das amerikanische Softwarehaus kürzlich auch die gesamte, überarbeitete Produktpalette vorgestellt. Autodesk geht damit in die Vollen und verspricht auch dem Blechbearbeiter neue und interessante Anwendungen. Vor allem das Digital Prototyping wurde damit neu definiert.

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Produktentwickler haben wenig Zeit. Zu groß ist der Druck, eine neue Idee in Lösungen umzusetzen um schnellstmöglich am Markt zu platzieren. Da ist ein reines Zeichenprogramm nicht mehr ausreichend. Was oft mit einer Ideenskizze beginnt, muss schnellstens in einem CAD-Programm zum konkreten Bauteil umgesetzt werden und die Daten müssen für Arbeitsvorbereitung, Einkauf, Fertigung, Marketing und Verkauf durchgehend zur Verfügung stehen.

Dafür kommt die überarbeitete Produktpalette von Autodesk gerade recht. Das Softwarehaus bietet vor allem mit den überarbeiteten Lösungen Autodesk Inventor, Auto-CAD Mechanical, Auto-CAD Electrical sowie mit den Visualisierungstools Alias Studio und Showcase interessante Werkzeuge für das Digital Prototyping.

Damit sollen Anwender künftig einfacher und leichter auf eine durchgängige digitale Produktentwicklung umsteigen können. Es lassen sich damit Produkte von der ersten Idee an vollständig entwerfen, testen und simulieren, ganz so, wie sie unter realen Bedingungen funktionieren.

„Der Kunde soll damit seine Ideen in kürzester Zeit in reale und qualitativ hochwertige Produkte umsetzen können“, meint dazu Chris Douglass, Business Unit Director Mechanik und Maschinenbau bei der Autodesk GmbH. Damit dies dann auch an jeder relevanten Stelle des Unternehmens auch gewährleistet ist und die entsprechenden Daten zur Verfügung stehen, sorgt ein Datenmanagementsystem für einen einheitlichen Zugriff aller beteiligten Mitarbeiter - beispielsweise in Konstruktion, Fertigung oder Marketing.

Protoypenbau am PC spart hohe Kosten für physische Prototypen

Autodesk verspricht seinen Anwendern dadurch eine Fehlerreduktion und Kostensenkung und wesentlich kürzere Entwicklungszeiten. „Physische Prototypen, die meist hohe Kosten verursachen“, so Douglass, „sind dann nicht mehr notwendig.“

Die Basis für das Digtal Prototyping bilden die präzisen 3D-Modelle aus Inventor. Form, Passgenauigkeit und Funktion eines Entwurfs können anhand dieser Modelle noch vor der Herstellung validiert werden. In der neuen, 2009er-Version wurden viele der zentralen Konstruktionswerkzeuge verbessert.

Im Übrigen belegt Autodesk, dass Inventor in den letzten sieben Jahren das meist verkaufte 3D-MCAD-System in der Fertigungsindustrie ist. Allein im letzten Quartal sollen weltweit 17000 neue kommerzielle Arbeitsplätze hinzugekommen sein.

„Die Baugruppen und Projekte, die Inventor-Anwender heute in Angriff nehmen, werden immer größer“, konstatiert Wolfgang Lynen, Industry Marketing Manager Manufacturing bei Autodesk. Demnach stellen beispielsweise große Industrieanlagen, Spezialfahrzeuge oder komplexe Transportsysteme hohe Anforderungen an die Konstruktionssysteme. Große Baugruppen mit Zehn- oder gar Hunderttausenden von Bauteilen sind dabei zu meistern.

Memory-Management-Tools unterstützen große Projekte

Speziell für solche Anwendungsfälle wurde Inventor 2009 ausgerichtet. Da helfen so genannte Memory-Management-Tools mit einer 64-Bit-Architektur mit, solche Projekte zu beherrschen.

Produktivität wird nicht nur in Fertigungsbetrieben groß geschrieben, sondern auch in der Konstruktion und Produktentwicklung. „Dafür“, sagt Lynen, „haben wir die Konstruktionsfunktionen und Zeichnungswerkzeuge wesentlich verbessert.“

Ein Beispiel dafür ist die Arbeitsumgebung für die Funktion Skizzieren. So gilt die parametrische Skizze mittlerweile als ein hervorragendes Werkzeug, um die Ideen und Gedanken des Konstrukteurs zu beschreiben. Denn sie macht aus einfachen Strichen, Linien, Bögen und Kreisen intelligente Objekte, deren Beziehungen zueinander durch variable Maße und Zwangsbedingungen festlegt. Das ist notwendig, wenn eine digitaler Prototyp modifiziert werden soll.

Für die schnelle Orientierung und Ansteuerung einzelner Bauteile oder Baugruppen in Großprojekten sorgt ein so genannter Ansichten-Würfel, mit dem orthogonale Hauptansichten und isometrische Darstellungen bei der Modellierung der Zeichnungserstellung sichtbar gemacht werden können. Der Würfel besitzt aktive Bereiche wie die Ecken und Kanten die mit einem Klick aktiviert werden um die zugehörigen Standard-Ansichten zu erzeugen. Über ein grafisches Steuerrad lassen sich die Objekte verschieben, zoomen und drehen.

Konstruktionsarbeitsplätze sind heute kaum noch autark. Meist wird in integrierten Entwicklungs- und Fertigungsnetzwerken entwickelt und konstruiert. So bleibt es in vielen Fällen nicht aus, dass Konstrukteure mit den 3D-Daten von Kunden und Lieferanten arbeiten müssen.

3D-CAD-Daten anderer CAD-Programme leicht importierbar

Auch dafür hat Autodesk eine Lösung gefunden, mit der solche Daten in hoher Qualität und ohne zeitraubende Nacharbeit übertragen werden können. So ist das Lesen und Schreiben von Originalformaten von 3D-CAD-Systemen, beispielsweise SiemensNX, Solidworks oder Pro/Engineer möglich und unterstützt somit im Im- und Export eine reibungslose Konvertierung. Darüber hinaus ist das Handling mit den neutralen Datenformaten Step, Iges, STL oder SAT weiterhin möglich.

Damit auch Abteilungen außerhalb der Konstruktion und Entwicklung - etwa Kunden, Partner oder hausintern Marketing ode Einkauf - die CAD-Daten einfach und sinnvoll nutzen können, stellt Autodesk den Design Reviewer kostenlos zur Verfügung, ohne dass der Betrachter gleich eine Inventor-Lizenz erwerben muss. Dort wird mit dem DWF-Format gearbeitet.

Neu ist nun, dass in der 2009er-Version das DWFx-Format benutzt wird um die Zeichnungen und Modelle im Microsoft Internet Explorer 7 darzustellen. Über MS IE 7 können die Zeichungen und Modelle auch im PDF-Format ausgegeben werden.

CAD-Software mit vielen neuen Features für die Blechbearbeitung

Was insbesondere die Blechteile-Konstrukteure freuen wird, ist die Tatsache, dass der Inventor 2009 speziell dafür Einiges zu bieten hat. „Die Blechkonstruktion genoss bei der Entwicklung der neuen Version eine besondere Aufmerksamkeit“, vermittelt Lynen.

Das zeigt sich insbesondere daran, dss die Blechinformationen jetzt in die Struktur der Inventor-Stile-Bibliothek integriert sind. Die Blech-Stile-Informationen sind dabei in Material, Blechregeln und Blechabwicklungsregeln aufgeteilt. Das soll so die Konfiguration dieser Daten für unterschiedliche Materialien und Blechdicken erleichtern.

Die Blechregeln enthalten dabei die Biege- und Freistellungsoptionen, welche die Konstruktion und das Verhalten der Blechteile festlegen. Die Abwicklungsregeln erfassen die verwendeten Abwicklungsmethoden, sowohl für linearrechnerische als auch empirisch-tabellengesteuerte Abwicklungsverfahren.

Blechteile mit neuer Version der CAD-Software leichter zu konstruieren

Mit weniger Funktionen und neuen direkten Manipulationsoptionen, die sich bei der Erstellung oder Bearbeitung von Blechteilen anbieten, sind Blechteile in der neuen Version leichter zu konstruieren, zu verstehen und zu modifizieren.

In Ergänzung zu den grundlegenden Neuerungen in Inventor ist mit Autodesk Alias-Studio, Autodesk Showcase und Autodesk Productstream in allen Fertigungsunternehmen ein grenzenloses Digital Protyping möglich.

Wolfgang Lynen und sein Kollege Chris Douglass sind der festen Überzeugung: „Das durch Autodesk neu formulierte Digtal Prototyping wird die Fertigungsindustrie merklich verändern.“ Dem fügt Lynen hinzu: „Ein Maschinenbauingenieur, der bisher nur mit CAD konstruierte kann jetzt auch an seinem Arbeitsplatz berechnen, simulieren und animieren.“

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