Neue Oberhand China übernimmt Führungsrollen bei Automobiltechnik

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Eine aktuelle Studie von Roland Berger hat ermittelt, dass China in Sachen Technologie für den Automobilbau inzwischen die Nase deutlich vorn hat.

Bedenklich, bedenklich! Roland Berger hat jetzt seine 14. „Automotive Disruption Radar“-Studie (ADR) veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass Chinas Automobilhersteller auf einigen Schlüsselpositionen jetzt die ersten Plätze eingenommen haben. Hier einige Details ...(Bild:  G. Jing)
Bedenklich, bedenklich! Roland Berger hat jetzt seine 14. „Automotive Disruption Radar“-Studie (ADR) veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass Chinas Automobilhersteller auf einigen Schlüsselpositionen jetzt die ersten Plätze eingenommen haben. Hier einige Details ...
(Bild: G. Jing)

Die globale Automobilindustrie steht offenbar an einem Wendepunkt. Wie die neue Ausgabe des Automotive Disruption Radar (ADR 14) von Roland Berger zeigt, übernimmt China nämlich zunehmend die technologische Führung in der Branche. Chinas Autosektor belegt damit die Spitzenposition unter den dabei betrachteten Ländern. Parallel dazu geraten europäische Länder – und vor allem die USA (nur noch Platz 14) – immer stärker unter Druck.

Deutschland hält sich mit Platz sieben noch so gerade in der Führungsgruppe, was vor allem aufgrund von Fortschritten beim autonomen Fahren, stabiler Patentanmeldungen sowie der exportorientierten Hersteller der Fall ist, wie es heißt. Die Studie, für 22 Automobilnationen weltweit nach 26 Indikatoren analysiert und über 22.000 Autobesitzer gefragt wurden, zeigt außerdem auch, dass sich die regionalen Ökosysteme zunehmend auseinanderentwickeln. Denn die Unterschiede zwischen den Märkten – etwa bei technologischen Standards, Regulierung oder auch Kundenpräferenzen – nehmen rasant zu. Das sei eben vor allem zwischen China und dem Rest der Welt zu beobachten. Auch wenn eine vollständige Entkopplung unwahrscheinlich sei, zwinge dieser Trend die Automobilhersteller dazu, je nach Zielregion unterschiedliche Herangehensweisen ins Auge zu fassen. China dominiert, wie herauskam, beim Marktanteil der Elektroautos, bei der Ladeinfrastruktur und in puncto Fahrerassistenzsysteme mit künstlicher Intelligenz (KI).

Das Interesse potenzieller Autokäufer weltweit

Dazu kommen ein ausgeprägtes Interesse der Verbraucher an den neuesten Elektrofahrzeugen. Rund 95 Prozent der Chinesen würden beim nächsten Autokauf an einen Elektroantrieb denken. Dann seien automatisch auch Hersteller gefragt, die das passende Portfolio und eine gut entwickelte Ladeinfrastruktur anbieten können. Dementsprechend steigt der Elektroanteil an den Neuwagenverkäufen in China seit der vorhergehenden Ausgabe des ADR von 22 auf 25 Prozent, während er in Europa bei 12 Prozent stagniert. So verringerte sich etwa in Deutschland der Anteil derer, die sich vorstellen können, als nächstes ein E-Auto zu kaufen, von 55 Prozent im Jahr 2021 (ADR 9) auf 45 Prozent im aktuellen ADR. Die Spitzengruppe hinter China setzt sich aus Südkorea, den Niederlanden sowie Norwegen, Schweden und Singapur zusammen, heißt es weiter. Deutschland (siebter Platz) punktet aber trotz der Rückschritte bei den Verkaufszahlen von E-Autos mit effizienten und schnellen Zulassungsverfahren für autonome Fahrfunktionen, einer weiterhin hohen Patentaktivität und global exportstarken Herstellern. Allerdings sinke in Deutschland auch das Interesse an Shared Mobility und anderen innovativen Konzepten – zum Beispiel digitale Angeboten für den Autokauf. Sowohl Anbieter als auch Kunden seien in dieser Hinsicht nach wie vor sehr zurückhaltend. US-Bürger plagen die politische Isolierung und die abnehmende Innovationsdynamik. Auch favorisieren sie wieder das Privatfahrzeug, was aber auch für Deutschland, Japan und auch China gilt.

Ein Auge auf China, eins auf den Rest der Welt

Im aktuellen ADR legten die Roland-Berger-Experten ein besonderes Augenmerk auf die wachsende Divergenz zwischen den Automärkten weltweit: „Vor allem bei Software, Standards und Entwicklungsgeschwindigkeit, aber auch bei den Erwartungen der Kunden beobachten wir, dass die verschiedenen Regionen zunehmend unterschiedliche Wege einschlagen“, kommentiert Stefan Riederle, Partner bei Roland Berger. Auch wenn der Experte eine vollständige Entkopplung der Fahrzeugarchitekturen schon aus wirtschaftlichen Gründen für sehr unwahrscheinlich hält, empfiehlt Riederle den Autoherstellern, die Entwicklung genau zu verfolgen und in ihren Planungen zu berücksichtigen. „Es wird zur Überlebensfrage, strategische Allianzen, Softwarekompetenz und die Anpassung an die Unterschiede der Märkte miteinander zu verbinden“ wie Riederle mahnt. Autohersteller müssten künftig zumindest mit zwei Systemen arbeiten. Und zwar mit einem für China und einem für den Rest der Welt.

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