Grundlagenwissen Coilanlagen – was das ist und worauf es ankommt

Von M.A. Frauke Finus 3 min Lesedauer

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Eine Coilanlage dient dazu auf Spulen (Coils) aufgewickeltes Metall abzuwickeln und zu bearbeiten.

Coils bei Thyssenkrupp.(Bild:  Thyssenkrupp)
Coils bei Thyssenkrupp.
(Bild: Thyssenkrupp)

Was versteht man unter Coil?

Ein Coil ist eine große, aufgerollte Rolle oder Spule aus Metall. Das Metall wird zuvor in einem Walzwerk zu dünnen, langen Streifen verarbeitet und dann auf eine Spule gewickelt.

Coils bieten logistische Vorteile, da große Mengen von Material effizient transportiert werden können. Außerdem können die Verarbeiter direkt mit dem Material produzieren. Der Vorteil von Coils besteht zudem darin, dass sie eine gleichmäßige Dicke und Breite aufweisen. Das ist in der Fertigung von standardisierten Produkten wichtig.

Was ist eine Coilanlage?

Eine Coilanlage ist eine industrielle Vorrichtung. Sie wird zur Verarbeitung von gewalzten Metallstreifen verwendet, die auf sogenannten Coils aufgewickelt sind. Die Coilanlage dient dazu, diese Coils zu entrollen, zu verarbeiten und in verschiedenen Formen oder Längen wieder aufzurollen.

Coilanlagen finden in einer Vielzahl von Industriezweigen Anwendung. Zu den häufigsten Einsatzbereichen zählen:

  • Automobil-Industrie: Coilanlagen werden eingesetzt, um zum Beispiel Karosserie-Teile herzustellen.
  • Bauindustrie: Hier werden Coilanlagen verwendet, um Baustahl, Dachpaneele oder Fassaden-Verkleidungen zu fertigen.
  • Verpackungs-Industrie: Coilanlagen werden für die Herstellung von Verpackungsmaterialien verwendet.
  • Elektronische und elektrische Industrie: Kupfer- und Aluminiumcoils sind häufige Materialien für Komponenten in elektrischen Geräten, Kabeln und Leitungen.
  • Weißwaren-Industrie: Coilanlagen verarbeiten Metallteile für Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Herde.

Die grundlegenden Bestandteile einer Coilanlage umfassen meist folgende Komponenten:

  • Abwickler: Hier wird der Coil von einer Spule abgewickelt. Der Abwickler sorgt dafür, dass das Material gleichmäßig verarbeitet wird. Außerdem wird so die nötige Spannung sichergestellt.
  • Richtmaschine: Um Verformungen im Metall zu beheben, wird das Material durch eine Richtmaschine geführt. Dadurch wird sichergestellt, dass der Metallstreifen plan ist.
  • Schneidwerk: Oftmals wird der Metallstreifen in mehrere schmale Streifen geschnitten.
  • Aufwickler: Sobald der Metallstreifen die gewünschte Länge oder Form erreicht hat, wird er erneut aufgerollt. Nun wird er zur weiteren Verwendung oder zum Transport bereitgestellt.

Vorteile einer Coilanlage

  • Materialeinsatz optimieren: Rohstoffe können in Coil-Bänden zu niedrigeren Kosten gekauft werden, und die Anlage verarbeitet weniger Abfall.
  • Produktionszeit verkürzen: Durch die automatische und kontinuierliche Zufuhr der Coils wird die Geschwindigkeit der Produktion erhöht.
  • Flexibilität: Coilanlagen können verschiedene Materialien wie Eisen, Edelstahl, Kupfer und Aluminium verarbeiten.

Welche Hersteller gibt es?

Zu den großen Unternehmen, die Coils herstellen, zählen Stahl- und Aluminiumproduzenten. Sie fertigen die Coils in ihren Walzwerken.

Das sind zum Beispiel:

  • Arcelor Mittal
  • Tata Steel
  • Thyssenkrupp
  • Voestalpine
  • SSAB

Hersteller von Coilanlagen sind unter anderem:

  • Mawi
  • Produtech

Coilanlagen gebraucht kaufen – darauf sollten Sie achten

Coilanlagen können auch gebraucht gekauft werden. Das kann eine wirtschaftliche Option sein. Besonders für kleinere Unternehmen oder Start-Ups, die nicht in neue Maschinen investieren können.

Hier sind einige Tipps, um gebrauchte Coilanlagen zu erwerben:

  • Händler und Online-Plattformen: Es gibt spezialisierte Händler sowie Online-Plattformen, die gebrauchte industrielle Anlagen anbieten.
  • Auktionen: Einige Unternehmen, die ihre Produktionsstätten schließen oder modernisieren, bieten ihre Ausrüstung in Auktionen an.
  • Technischer Zustand prüfen: Bei gebrauchten Maschinen sollte der technische Zustand sorgfältig geprüft werden. Es ist ratsam, einen Fachmann hinzuzuziehen, um sicherzustellen, dass die Maschine in einem guten Zustand ist. Zum Beispiel sollte auf Verschleißteile geachtet werden. Das sind zum Beispiel Walzen und Lager.
  • Transport und Installation: Stellen Sie sicher, dass Sie lokale Vorschriften berücksichtigen. Außerdem müssen die räumlichen und infrastrukturellen Anforderungen für den Betrieb der Maschine beachtet werden.

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