Drei Zacken, drei Probleme! Das ist das Ursachen-Trio für die Mercedes-Benz-Krise

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Autokrise ist bei Mercedes-Benz angekommen, heißt es von der dpa. Es herrschen Gewinneinbruch, Absatzrückgang und das Sparen.

Auch bei Mercedes-Benz läuft es nicht besonders. Experten haben dafür drei Gründe ausgemacht, die sie hier ausführen. Einiges ist demnach hausgemacht ...(Bild:  Mercedes-Benz)
Auch bei Mercedes-Benz läuft es nicht besonders. Experten haben dafür drei Gründe ausgemacht, die sie hier ausführen. Einiges ist demnach hausgemacht ...
(Bild: Mercedes-Benz)

Am 20. Februar will der Autobauer Mercedes-Benz seine Geschäftszahlen für 2024 präsentieren. Klar ist aber schon heute, dass der Dax-Konzern den eigenen hohen Ansprüchen hinterher schleicht. Experten haben dafür genau drei Erklärungen:

1. Mercedes-Benz verliert in China an Boden

China war die Wachstumslokomotive, sagt Autoanalyst Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Und über ein Drittel aller Mercedes-Pkw ging in den vergangenen Jahren nach China. Aber 2024 sank der Absatz um sieben Prozent. Speziell im Bereich der höherwertigen Fahrzeuge kam es dabei global zu signifikanten Einbrüchen (14 Prozent), so Biller. Doch vor allem mit diesen Autos – Maybach, S-Klasse oder AMB – lassen sich hohe Gewinne einfahren. In China seien durch die Immobilienkrise vor allem jene Kunden weggefallen, die Premiumfahrzeuge kaufen, führt Stefan Reindl, Leiter des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft, weiter aus. Zusätzlich habe die Wettbewerbsintensität durch einheimische Marken dort enorm zugenommen.

2. Probleme durch rigorose Luxusstrategie

Mercedes-Benz war auch noch nie ein Massenhersteller, schaltet sich wieder Biller ein, wenn es um den zweiten Grund für die Misere geht. Dass sich Mercedes auf Premium- und Luxusfahrzeuge konzentriert, sieht er zwar als richtig an. Aber, dass sich Mercedes als reiner Luxushersteller positioniert, ist für ihn nicht ganz nachvollziehbar. Und es gibt schon Modelle, die das Luxusattribut für sich reklamieren können, aber mit den aktuellen Gewinnspannen sei Mercedes weit weg von einem Luxusfahrzeug-Hersteller. Denn im dritten Quartal des vergangenen Jahres lag die bereinigte Umsatzrendite bei den Pkw bei mageren 4,7 Prozent. Im Vorjahresquartal lag sie noch bei 12,4 Prozent. Auf den Punkt gebracht heißt das, dass Mercedes-Benz durch seine Luxusstrategie Skalierungseffekte einbüßt. Die Fixkosten könnten einfach nicht auf größere Volumina verteilt werden.

3. Der Vormarsch der Elektroautos verzögert sich

Bei seiner Elektrostrategie hat Mercedes bekanntlich zurückgerudert, nachdem die Verkäufe deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, so Biller weiter. Der Absatz von vollelektrischen Pkw ging im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 185.100 Fahrzeuge zurück. In den vergangenen Jahren ließ es sich Mercedes-Chef Ola Källenius selten nehmen, die Elektroambitionen ins Schaufenster zu stellen. Da hieß es noch „Electric only“. Wo es die Marktumstände zulassen, sollten bis zum Ende dieses Jahrzehnts alle Mercedes-Pkw vollelektrisch rollen. Vor gut einem Jahr schlug Källenius dann aber neue Töne an und hob die strategische Flexibilität angesichts des Verbrennungsmotor wieder hervor. Punktum: Ganz so schnell geht es mit den E-Autos wohl doch nicht voran.

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