Rohrfertigung Das Schrägwalzen feiert 125. Geburtstag
Das Prinzip der Mannesmann-Erfindung von 1885 ist bis heute gültig: Das Schrägwalzen kommt auch nach 125 Jahren in weiterentwickelter Form bei Vallourec & Mannesmann Tubes, dem Weltmarktführer für nahtlos warmgewalzte Stahlrohre, zum Einsatz.
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Das erste Schrägwalzwerk der Welt, das in einem Produktionsbetrieb zum Einsatz kam, befindet sich heute auf dem Betriebsgelände von Vallourec & Mannesmann Tubes in Düsseldorf-Rath. Auch wenn dieses Ausstellungsstück aus Remscheid selbst nicht in Rath verwendet wurde, erinnert es die Mitarbeiter täglich an die traditionsreichen Wurzeln ihrer Arbeit.
Vor genau 125 Jahren, am 27. Januar 1885, ließen die Brüder Reinhard und Max Mannesmann ihren Vetter Herrn Kögel das „Schrägwalzverfahren nebst zugehörigem Walzwerk“ beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin anmelden. Das erste nahtlose Stahlrohr konnte auf Basis dieser Technik ein Jahr später im Mannesmann-Stammwerk in Remscheid produziert werden.
Schrägwalzen – Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte
Für das sogenannte Schrägwalzen sind zwei Elemente wesentlich: Erstens ein Walzenpaar mit schräg zueinander angeordneten Achsen, die in die gleiche Richtung rotieren und damit den bis zu 1300 Grad Celsius heißen Stahlrundblock durch die Anlage ziehen. Und zweitens ein Dorn, der den glühenden Rundblock locht.
„Das Schrägwalzverfahren ermöglichte es erstmals, ein dickwandiges, nahtloses Rohr aus einem massiven Stahlblock allein durch Walzen herzustellen. Mit ihrer Erfindung legten die Mannesmann-Brüder damals den Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert“, erklärt Prof. Horst A. Wessel von der Abteilung für Wirtschaftsgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität und Autor zahlreicher Veröffentlichungen über die Mannesmann-Brüder.
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