Verbindungstechnik

Der Schlüssel zum Karroserieleichtbau

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MM: Wo liegen die Vorteile dieser Fügeverfahren im Gegensatz zu den klassischen Fügeverfahren?

Alber: Klassische thermische Fügverfahren, wie das Widerstandspunktschweißen, MSG-Schweißen oder das Laserlöten beziehungsweise -schweißen, sind für den Aluminium-Stahl-Mischbau aufgrund spröder intermetallischer Phasen ungeeignet. Daher setzen wir bei Audi hier mechanische Fügetechniken ein. Dies sind unter anderem das Halbhohl- und das Vollstanznieten sowie das Flow-Drill-Schrauben. Eine aktuelle Herausforderung an die Fügetechnik ist es, serienreife Lösungen zum Fügen von Aluminium an höchstfeste/pressgehärtete Stahlwerkstücke zu entwickeln. Wachsenden Anforderungen bezüglich der Werkstoffgüten und Wandstärken begegnen wir mit innovativen Fügetechniklösungen, zum Beispiel dem Reibelementschweißen.

MM: Werden diese Fügeverfahren bereits eingesetzt?

Alber: Audi produziert seit über zehn Jahren Aluminium-Stahl-Mischbaukarosserien im Serienbetrieb. Die oben genannten Fügeverfahren kommen hier zum Einsatz, um spröde intermetallische Phasen einer thermischen Al-Stahl-Verbindung zu vermeiden. Andererseits sind die aktuellen pressgehärteten Stahlwerkstoffe so fest, dass es schwierig ist, die für die mechanischen Verbindungstechnik typischen Verformungen im Werkstück zu realisieren. Ein neues Fügeverfahren, das Reibelementschweißen, ermöglicht die Anbindung pressgehärteter Stahl- an Aluminiumwerkstücke und wird in zukünftigen Fahrzeuggenerationen zum Einsatz kommen.

MM: Gibt es weitere Mischbauweisen, die ein angepasstes Fügeverfahren benötigen?

Alber: Mischbauweisen aus Faserverstärkten Kunststoffen (zum Beispiel CFK) mit Metallen erfordern wieder andere Fügeverfahren, dies sind zum Beispiel das Flow-Drill-Schrauben, das Blindnieten und das Kleben.

MM: Vielen Dank für das Gespräch.

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