Aus oder Auswanderung! Deutsche Unternehmen ziehen lieber ins Ausland

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Industrieunternehmen verlagern zunehmend aus Kostengründen Produktion ins Ausland.

Dr. Volker Treier ist der DIHK-Außenwirtschaftschef. Angesichts einer aktuellen Befragung von deutschen Industrieunternehmen zeigt sich, dass viele ins Ausland abwandern wollen, um sich zu retten. Treier: „Das ist ein sehr bedenkliches Signal für den Standort Deutschland!“(Bild:  DIHK)
Dr. Volker Treier ist der DIHK-Außenwirtschaftschef. Angesichts einer aktuellen Befragung von deutschen Industrieunternehmen zeigt sich, dass viele ins Ausland abwandern wollen, um sich zu retten. Treier: „Das ist ein sehr bedenkliches Signal für den Standort Deutschland!“
(Bild: DIHK)

Bei den Gründen für Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen nannten in einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) rund 35 Prozent der Befragten das Motiv Kostensenkung, was damit auch den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008 bedeutet. Wenn Unternehmen aber zunehmend ins Ausland abwandern, weil hohe Energiekosten, lähmende Bürokratie und eine steigende Steuerlast ihnen hierzulande die Luft abschnüren, ist das ein gefährliches Signal, gibt der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier, zu bedenken. Die Ergebnisse kommen bekanntlich mitten in den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD. In ihrem Sondierungspapier hatten die Parteien Entlastungen für Unternehmen versprochen. So sollen die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß gesenkt und Netzentgelte halbiert werden. Auch soll die überbordende Bürokratie abgebaut werden. Man wird sehen ...

Deutsche Player investieren kaum noch

Union und SPD hatten sich dabei mit den Grünen auf Änderungen des Grundgesetzes für milliardenschwere Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz geeinigt. DIHK-Präsident Peter Adrian forderte danach wirtschaftspolitische Weichenstellungen: „Unternehmen brauchen mehr Freiheit, weniger Kosten und schnelleres Verwaltungshandeln!“ Nach Meinung der DIHK-Experten steht Deutschland damit an einem Wendepunkt. Das Land verliere derzeit als Investitionsstandort rapide an Boden. Traditionell dienten Auslandsinvestitionen lange Zeit vor allem der Markterschließung, heißt es. Diese Motivation bleibe relevant, liege aber mit 30 Prozent nur noch auf dem langjährigen Durchschnittsniveau. Die Eurozone bleibt demnach mit 64 Prozent zwar die wichtigste Region für Investitionen, doch Nordamerika gewinnt weiter an Attraktivität. Der Anteil der Unternehmen, die dort investieren wollen, steigt laut Befragung von 45 auf 48 Prozent. Zwei von fünf Unternehmen aus der Industrie wollen ihre Investitionen verringern, wie auch noch dabei herauskam.

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