Geldabfluss Deutschlands Autoindustrie investiert verstärkt im Ausland

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die deutsche Autoindustrie investiert nach Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) seit 2022 mehr Geld in anderen Ländern als in Deutschland, sagt die dpa.

Standortfrust! Vorbei sind die Zeiten, in denen die deutsche Autoindustrie das meiste Geld in Deutschland investierte. Das belegen neueste Zahlen einer Analyse des VDA ...(Bild:  Stock im Schutt)
Standortfrust! Vorbei sind die Zeiten, in denen die deutsche Autoindustrie das meiste Geld in Deutschland investierte. Das belegen neueste Zahlen einer Analyse des VDA ...
(Bild: Stock im Schutt)

Einst (2022) lag das Verhältnis bei den Gesamtausgaben der deutschen Automobilindustrie von gut 89 Milliarden Euro bei 51 zu 49 Prozent zugunsten des Auslands. Ein Jahr später lag der Anteil an Auslandsinvestitionen der Branche schon bei 53 Prozent (die Gesamtausgaben lagen 2023 bei 99 Milliarden Euro). Neuere Daten liegen bisher nicht vor, man kann sich aber aufgrund der allgemeinen Situation vorstellen, dass das nicht weniger geworden ist. Bis 2021 floss noch eine knappe Mehrheit der gesamten Investitionen nach Deutschland. Doch seither hat es sich zugunsten des Auslands gedreht, stellt der VDA-Chefvolkswirt, Manuel Kallweit, gegenüber der FAZ fest. Der Grund dafür sind unter anderem die mangelhaften Standortbedingungen. Das heißt, die hohen Energiepreise und die überbordenden Kosten der Bürokratie.

Es wird Zeit, sich um den Standort Deutschland zu kümmern

Besonders deutlich ist die Entwicklung bei den Sachinvestitionen – etwa in Fabriken. Im Jahre 2012 war das Verhältnis noch fast ausgeglichen (51 Prozent Ausland, 49 Prozent Inland). Doch 2023 lag der Anteil an Auslandsinvestitionen bei 62 Prozent. Bei den Investitionen für Forschung und Entwicklung gibt es eine ähnliche Tendenz, denn 2008 investierten die deutschen Autobauer noch 70 Prozent im Inland. Doch 15 Jahre später waren es nur noch 53 Prozent. Die Grundlage der Daten sind im Übrigen die Geschäftsberichte der Unternehmen, Zahlen des Statistischen Bundesamts, der EU-Kommission und des Stifterverbands für die Deutschen Wissenschaft. Es muss also klar sein, dass es zwingend notwendig ist, sich um den Standort Deutschland zu kümmern, damit die Autoproduktion und damit Wachstum und Arbeitsplätze auch in Deutschland bleiben, wie Kallweit fordert. Es gibt die Versuchung, die Entwicklung auch wegen der Kosten zu verlagern. Doch grundsätzlich gilt, dass die Entwicklungsarbeit leichter und besser von der Hand geht, wenn sie am Ort der Produktion stattfindet, wie der Experte abschließend konstatiert.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung