Robotiklücke Deutschlands KMU fehlen Fachkräfte aber auch Roboterexpertise

Quelle: Pressemitteilung des BVIK 3 min Lesedauer

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Vor allem der deutsche Mittelstand leidet am Fachkräftemangel. Die „Großen“ setzen auf Robotik, um zu kompensieren. Doch den „Kleinen“ fehle es da an Know-how.

Roboter können dem Fachkräftemangel effektiv begegnen, damit Unternehmen zukunftsfähig bleiben. Doch eine Analyse des Bundesverbands Industrie Kommunikation (BVIK) hat ergeben, dass sich das zwar Konzerne leisten, aber die KMU erst noch überzeugt werden müssen ... (Bild:  B. Zünselmann)
Roboter können dem Fachkräftemangel effektiv begegnen, damit Unternehmen zukunftsfähig bleiben. Doch eine Analyse des Bundesverbands Industrie Kommunikation (BVIK) hat ergeben, dass sich das zwar Konzerne leisten, aber die KMU erst noch überzeugt werden müssen ...
(Bild: B. Zünselmann)

Der Wirtschaft in Deutschland fehlen bekanntlich viele Arbeitskräfte. Knapp drei Viertel der Betriebe bewerten den Fachkräftemangel derzeit als die größte Herausforderung. Während Konzerne bereits erfolgreich auf Robotik setzen, um produktiv zu bleiben, fehlt in vielen mittelständisch geprägten Branchen aber dafür das nötige Know-how, wie der Bundesverband Industrie Kommunikation (BVIK) herausgefunden hat. Dabei seien die Chancen für KMU durch Trends wie „Low Cost Robotik“ oder „Easy to use Automation“ laut Weltverband International Federation of Robotic (IFR) so gut wie noch nie. Der BVIK berichtet deshalb von einer großen Informationslücke im deutschen Mittelstand, was das Thema Robotereinsatz anbelangt.

Roboterhersteller sollten auf KMU zugehen

„Viele kleinere und mittlere Unternehmen in Deutschland sind noch unzureichend über die Chancen informiert, die Robotik- und Automationslösungen bieten können“, sagt Andreas Bauer, Vorstand beim BVIK. Doch heute gibt es Roboter, die morgens um 4:00 Uhr in der Backstube helfen, in der Schreinerei komplizierte Treppenteile drechseln oder Maschinenteile produzieren und anschließend in Kartons verpacken, merkt der Experte mit Blick auf die Chancen an, die sich da auftun. Die Hersteller sollten deshalb jetzt kleine und mittlere Unternehmen nach Branchen aufgeschlüsselt gezielt ansprechen, so sein Rat. Und Online-Plattformen helfen – wie bei einem echten Marktplatz dabei – die ersten Schritte in die Automatisierung mit Robotern zu planen, was einfach und transparent klappt, wie es weiter heißt. Der Fachkräftemangel erfordere folglich einerseits ein zügiges Handeln im Mittelstand und auf der anderen Seite sollte ein Fokus auf kundengerechte Kommunikation bei der Roboterindustrie gelegt werden.

Mittelstand muss von Robotik überzeugt werden

Den Zeitpunkt zu handeln sehe auch die IFR gekommen und hat deshalb eine Kommunikationskampagne gestartet, die speziell den Mittelstand adressiert („Go4Robotics“). Die Hürden für den Einstieg in die Automation sind laut IFR in den letzten Jahren auch noch deutlich niedriger geworden. Denn neue Leichtbauroboter seien beispielsweise zu vergleichsweise niedrigen Einstiegskosten zu haben. Die Investition in diese Robotiksysteme amortisiere sich deshalb in der Regel schnell. Außerdem ließen sich Robotersysteme heute einfacher bedienen und programmieren. Beispielsweise kann ein Schweißer dem Roboter per Touchpad zeigen, wo die Schweißlinie verlaufen soll – aufwendige Personalschulungen entfallen also, wie die IFR betont.

Digitale Vertriebskanäle können Robotik durchsetzen

Der BVIK empfiehlt den Herstellern von Robotersystemen mit Blick auf die Lage, speziell für mittelständische Anwender, die eigene Kommunikationsstrategie zu überprüfen. Gefragt sind demnach Informationsangebote, die ganz handfest erste Schritte in die Automation beschreiben und damit die potenziellen Anwender vom Nutzen überzeugen können. Dabei spielten digitale Kanäle eine zunehmend wichtige Rolle. Bauer dazu: „Angefangen bei emotionalen Social-Media-Kampagnen über zielgruppenspezifische Videos aus der Backstube, bis zu KI-Support bei der Implementierung – die Marketing-Möglichkeiten haben sich verändert und sollten vor allem für Entscheider aus kleinen oder mittleren Unternehmen entsprechend genutzt werden.“

Studien des BVIK belegen außerdem die nach wie vor hohe Relevanz traditioneller Werbewege wie Messen. Rund jeder zweite Marketingexperte bewertet diese Möglichkeit als wichtigsten Kontaktpunkt, wie das im Dezember erscheinende neue „Trendbarometer Industriekommunikation 2024“ zeigt. Nur diejenigen Anbieter, die die Klaviatur analoger und digitaler Tools in Marketing und Vertrieb beherrschten, würden ihre Möglichkeiten zur Entschärfung des Fachkräftenotstands beim Mittelstand platzieren können.

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