VDMA-Studie Effiziente Produkte erfüllen die Kundenwünsche
Frankfurt am Main (si) – Globalisierung, Innovationsdruck und individuelle Kundenwünsche sind die neuen Herausforderungen für die deutschen Maschinenbauer. Unternehmen, die sich darauf richtig einstellen, können ihre Rendite deutlich steigern, ergab die VDMA-Studie „Effizient, schnell und erfolgreich – Strategien im Maschinen- und Anlagenbau“.
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„Lean products“ lautet die Lösung aus Sicht der Studien-Autoren „Effiziente Produkte bedeuten konsequentes Maximieren des Kundennutzens bei gleichzeitiger Senkung der Herstellkosten“, erläuterte Dr. Sebastian Schöning, Abteilungsleiter Innovationsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen, bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt am Main. Besonders für das mittlere Marktsegment ist dieser Ansatz geeignet.
„lean products“ bringen fette Rendite
Für die Maschinenbauer kann sich dies in barer Münze auszahlen: Unternehmen, die Innovationen nach dem Ansatz „lean products“ vorantreiben, können laut Studie ihre Kosten um durchschnittlich 18% senken und erzielen eine um 39% höhere Umsatzrendite.
Die Globalisierung erschließt den deutschen Maschinenbauern neue Absatzmärkte mit starkem Wachstum - Kunden in Osteuropa oder Asien wollen jedoch nicht unbedingt Premium-Produkte, sondern eher Maschinen aus dem mittleren Marktsegment, wie Dr. Achim Kampker, Geschäftsführender Oberingenieur des WZL, erläuterte. Diese können den Herstellern genauso gute Renditen bringen, sagte Kampker.
Umdenken für effiziente Produkte und Produktion
Um die Kundenanforderungen flexibel zu erfüllen, die Komplexität der Varianten zu beherrschen und die Kosten im Griff zu behalten, müssen die Unternehmen jedoch umdenken. Zunächst gilt es zu erfassen, worin der Wert eines Produktes für den Kunden liegt. „Der Fokus auf den Kundennutzen hilft, Overengineering zu vermeiden“, sagte Schöning. Aus den Anforderungen müssten die Hersteller die Funktionen entwickeln, erst daraus ergebe sich die Produktstruktur. Standardisierung im Unternehmen – nicht nur bei Gleichteilen, sondern auch in Technik und Fertigungsverfahren – sowie Modularisierung der Maschinentypen helfen bei der Kostensenkung.
Um auf Kundenwünsche reagieren zu können, gelte es von vorneherein zu überlegen, was Bestandteil des Standardangebots ist und was dem Kunden als Option offen steht. Schließlich müssten die Konstrukteure begreifen, dass nicht die technisch perfekte Lösung gefragt ist, sondern diejenige, die die Kundenwünsche exakt erfüllt.
Lean product ist nicht gleich Billigprodukt
„Lean product bedeutet nicht Billigprodukt“, warnte Schöning vor einem Missverständnis. Es gehe darum, den Wert für den Kunden zu maximieren und gleichzeitig Verschwendung zu vermeiden. Ebenso sei „lean production“ als effiziente Produktion zu verstehen, nicht als schlanke mit möglichst wenig Personal.
Lean production ermöglicht außerdem den Maschinenbauern, zum einen mit einer möglichst kurzen Lieferzeit und eingehaltenen Lieferterminen beim Kunden zu punkten, ergab die Studie weiter. Zum anderen beherrschen sie die Prozesskette sicherer, weil durch die lean production kürzere Produktions- und Durchlaufzeiten erreichbar sind, was wiederum die Störungen senkt. Diese Maschinenbauer schaffen zudem den Spagat zwischen individuellen Problemlösungen für den Kunden und exzellenten Prozessen im eigenen Unternehmen.
Wer hingegen seine Auslastung von 80% oder mehr noch weiter steigert, wird keine höhere Umsatzrendite erzielen, so Kampker. Uneinheitlich ist das Bild bei der Fertigungstiefe – sowohl mit sehr hoher als auch mit sehr niedriger Fertigungstiefe können Maschinenbauer erfolgreich sein.
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