Wärmebehandlung

Eigenspannungen abbauen durch Vibration statt Glühen

Seite: 4/5

Anbieter zum Thema

Komplettes Komponentenspektrum des Maschinenbaus dafür geeignet

Blättert man durch die Listen der Anwender, so findet man nahezu das gesamte Spektrum des Maschinenbaues (Bilder 4 und 5). Oft schon wurden und werden mehrere Gerätegenerationen von Vibrationsentspannungsanlagen in eine Fertigung integriert. Die Liste der geeigneten Werkstoffe ist lang: Grauguss mit Kugelgraphit und Stahlguss, niedrig und hoch legierte ferritische Stähle mit normalisiertem oder angelassenem Gefüge, zudem Legierungen, die durch Teilchen- oder Mischkristallausbildung in kohärenter Ausscheidungsform verfestigt sind. Teilweise sind auch martensitische und austenitische Stähle, Aluminium-, Nickel- und Titanlegierungen geeignet. Das ist dann der Fall, wenn sie durch Kalt- oder Warmauslagern gehärtet sind.

Das Mindeststückgewicht der zu behandelnden Teile sollte nicht weniger als 100 kg betragen. Bei Sonderfällen hinsichtlich Werkstoff oder Gewicht kann zuvor ein Versuch unter Umständen sinnvoll sein. Typische Werkstücke für die Vibrationsentspannung sind zum Beispiel Maschinenbetten, Pressenrahmen, Schweißkonstruktionen mit stark differierenden Wanddicken, Komponenten von Filterplattenpressen und großrahmige Präzisionsrohre. Außerdem kann das Verfahren auch nach komplexen Reparaturschweißarbeiten zur Anwendung kommen, beispielsweise an Komponenten für Kugelmühlen.

Vibrationsentspannungsbehandlung kann just in time vor Ort erfolgen

Die Anlage wird in Kleinserie hergestellt. Sie kann daher nicht billig sein. Die Kosten amortisieren sich jedoch schnell im täglichen Betrieb. Denn Glühen bedeutet Transport, Aufheizen, Glühbehandlung, Abkühlen, Rücktransport, gegebenenfalls Entzundern und Grundieren sowie Wiedereingliederung in den mechanischen Bearbeitungsprozess.

Im Vergleich dazu kann die Vibrationsentspannungsbehandlung just in time vor Ort am Werkstück stattfinden. Der Nachbearbeitungsschritt Entzundern entfällt – ebenso der logistische Aufwand, der insbesondere bei größer dimensionierten Werkstücken mit Gefahren durch Sondertransporte verbunden sein kann. Der größte Vorteil ist die erhebliche Verkürzung der Durchlaufzeit. Dementsprechend schneller fließt das zur Produktion eingesetzte Kapital zurück.

(ID:306586)