Wärmebehandlung

Eigenspannungen abbauen durch Vibration statt Glühen

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Zunehmender Ersatz für Glühprozesse

Das Ergebnis führt zu einer wachsenden Verfahrensakzeptanz. So zeigten Anlageninstallationen bei Anwendern in den vergangenen Jahren, dass die Anzahl der Behandlungen von Werkstücken auf Kosten von Glühprozessen signifikant gestiegen ist. Die Erklärung ist nahe liegend: Entspannte Werkstücke lassen sich einfacher bearbeiten, oft lässt sich die Anzahl der Bearbeitungsschritte reduzieren. Auch eine Verkürzung der Bearbeitungsdauer beim Zerspanen ist realistisch, weil zum Beispiel in einem ersten Schritt der abzunehmende Span deutlich größer ausfallen kann.

Die Anlage selbst ist langlebig, robust und wartungsarm. So wird bei der am stärksten beanspruchten Anlagenkomponente, dem Spezialmotor mit Unwuchterreger, eine Laufzeit von über 1000 Betriebsstunden bis zur Durchsicht gewährleistet. Jedoch hat sich auch ein Markt für Lohnbehandlung gebildet. So bietet der Anlagenhersteller VSR die Anwendung des Verfahrens auch als Dienstleistung an.

Aus ökologischer Sicht ist die Vibrationsentspannung im Vergleich zum Glühen mehr als ein Quantensprung. Nicht nur der Energie- und Materialbedarf zum Bau einer solchen Anlage ist im Vergleich zu einer Glühanlage marginal, sondern auch der Energieaufwand während einer Werkstückbehandlung und die damit erzeugten CO2-Emissionen, zum Beispiel aufgrund des Wegfalls des Werkstücktransports und des Glühvorgangs. Der Energieaufwand beträgt nur einen wirklich winzigen Bruchteil (1 bis 2 kWh).

Wolfgang Zimmer ist Vertriebsmanager bei der VSR Industrietechnik GmbH in 47198 Duisburg.

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