Tox Pressotechnik Einstieg in das Vollstanznieten eröffnet zusätzliche Anwendungsgebiete

Redakteur: Rüdiger Kroh

Mit dem Vollstanznieten erweitert Tox Pressotechnik, bislang Spezialist für das Clinchen, sein Spektrum an Fügeverfahren. „Ich traue dem Verfahren ein großes Potenzial zu“, erklärt Tox-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Pfeiffer. „Das Vollstanznieten hat ein breites Anwendungsgebiet und wird vor allem in der Automobilindustrie zunehmend eingesetzt werden — und das möglichst immer mehr mit Tox-Zangen.“

Anbieter zum Thema

Das modulare Konzept der Zangen war die Basis für die Entwicklung einer elektromechanisch angetriebenen Vollstanznietzange. „Und die ersten Serienaufträge sind da und stehen kurz vor der Auslieferung“, konstatiert Pfeiffer.

Mechanisches Fügen wird beliebter

Insgesamt spürt das Unternehmen, das über 60% seines Umsatzes mit der Automobilindustrie und deren Zulieferern macht, derzeit sogar Rückenwind von seinen Kunden. „Wir sehen, dass die europäische Automobilindustrie das mechanische Fügen präferiert“, urteilt der Tox-Geschäftsführer.

Das zeigt sich deutlich an den verkauften Zangen mit elektromechanischer Servoantrieb für den Automobil-Rohbau. „In den vergangenen zwölf Monaten konnten wir unseren Absatz von einstelligen Stückzahlen auf rund 140 Zangen steigern und haben damit einen wichtigen Schritt zum Partner der Automobilindustrie gemacht.“ Diese Projekte haben mit dazu beigetragen, den etwa 20-prozentigen Rückgang bei Standardprodukten zumindest teilweise zu kompensieren.

Leichtbau treibt mechanisches Fügen voran

Die Einschätzung von Tox unterstreicht auch Audi mit seinen Leichtbaukonzepten. „Die mechanischen Fügeverfahren werden durch die Herausforderungen von Aluminium- und Hybridbauweisen an Bedeutung gewinnen“, betont Dr. Martin Bangel von der Technologieentwicklung Verbindungstechnik bei Audi in Neckarsulm und nennt die Zielsetzung des Autobauers: „Bei Mischbaukonzepten wollen wir soviel mechanische Fügetechnik einsetzen wie möglich.“

Bei Anbauteilen aus Aluminium und Stahl sei das Clinchen dabei bereits Standard. Aber es hält auch in crashrelevanten Strukturteilen Einzug, wie das Beispiel des aktuellen Audi TT zeigt. An der B-Säule außen, im Bereich Türeinstieg, setzen vier robotergeführte Zanegn insgesamt 54 Clinchpunkte, alle in Kombination mit einem hochviskosen Klebstoff.

Clinchen auch bei crashrelevanten Teilen kostengünstiger

Gefügt wird Aluminium-Blech mit Aluminium-Strangpressprofil und Aluminium- mit Stahl-Blech. „Dabei haben wir uns für das Clinchen entschieden, weil es die kostengünstigste Variante ist“, begründet Bangel.

Das Hybridfügen aus Clinchen und Kleben macht bei Tox inzwischen über 50% den Fügeanwendungen aus. Dabei dient das Clinchen zum einen dem Spannen der Bauteilen, damit der Klebstoff aushärten kann, erhöht aber gleichzeitig die Festigkeit. „Die Kombination der beiden Verfahren bietet ein großes Energieaufnahmevermögen im Crashfall“, erläutert Tox-Geschäftsführer Pfeiffer und erwartet deshalb eine weiter steigende Nachfrage.

(ID:301456)