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Erfolgreich entwickeln und produzieren in Deutschland

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Die gute Nachricht: Ab 2010 sieht der Experte wieder steigende Zahlen. Er warnte allerdings davor, die vielen innovativen mittelständischen Unternehmen im Zulieferbereich jetzt im Stich zu lassen. „Diese wertvollen Unternehmen müssen unterstützt werden, da ist auch die Politik gefordert.“

Automobilindustrie muss auf die Demographie reagieren

Schließlich werde der Automobilmarkt in Zukunft wieder stärker wachsen. Gerade in Emerging Markets wie China, Russland und den asiatischen Ländern ist ein enormes Wachstum zu erwarten. CAR rechnet für 2020 mit rund 75 Mio. Autos weltweit, wobei rund die Hälfte davon auf diesen Märkten zu finden sein werde. Folglich gelte es jetzt, die kommenden zwei bis drei schweren Jahre „durchzustehen“.

Das prognostizierte Wachstum nach 2010 sieht Dudenhöffer in zwei großen Marktsegmenten. Zum einen in den Emerging Markets mit Low-Cost-Cars und in der Triade (West-Europa, USA/Kanada und Japan) im Bereich der Hightech-Cars. Im Low-Cost-Bereich mit Preisen zwischen 2000 und 10 000 Dollar liegen die Prognosen für 2015 bei rund 10 Mio. Fahrzeugen. Wer in diesem Segment Geld verdienen möchte, so der Experte, wird den gesamten Prozess von der Entwicklung und Fertigung bis hin zur Markenbildung überdenken und eigene Organisationsstrukturen aufbauen müssen. Die Orientierung an den jeweiligen Marktbedürfnissen werde zudem zum entscheidenden Erfolgsmoment. Tata habe dies mit dem Billigauto Nano bereits vorexerziert.

Spagat zwischen teuer und billig gefordert

Das zweite Wachstumssegment bezieht sich auf das konventionelle Automobil, das durch drei große Entwicklungsaspekte beeinflusst werden wird: die Modellvielfalt, die Sicherheit und die Antriebe. Die Vielfalt der Varianten werde weiter zunehmen, so die Einschätzung Dudenhöffers. „Ein weiterer Wachstums- und Wertsteigerer ist das Thema Sicherheit.“ Aufgrund der Entwicklung der Altersstruktur werde das „altersgerechte Auto“ immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das Auto werde dabei immer „intelligenter“, die Zahl der Sensoren wird ansteigen.

Was das Thema CO2 anbelange, brauche es klare Vorgaben seitens der Politik, um Investitionssicherheit für die Unternehmen zu schaffen. Die Möglichkeiten von Hybrid- und Elektroantriebsentwicklungen werden die künftigen Verbrauchswerte entscheidend beeinflussen. Doch ohne leistungsfähige Zulieferunternehmen und ihre Entwicklungskapazitäten werde dies nicht gelingen. Um den Spagat zwischen Low-Cost-Car und Hightech-Car zu meistern, seien, so Dudenhöffer, Flexibilität und Agilität die großen Herausforderungen. Doch zunächst gelte es, die kommenden zwei bis drei Jahre durchzustehen.

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