Profilieren

Erweitertes Profilierverfahren unterstützt auch diskontinuierliche Serienprofile

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Mit im Boot: Das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der Technischen Universität Darmstadt. Dass Profilieren Perspektive hat, belegt das Beispiel Mercedes-Benz. Der Premiumhersteller fertigt den Schweller der aktuellen E-Klasse seit 2009 im Rollformverfahren.

Profilieren erfordert genaue Abstimmung

„Die Herausforderung beim querschnittsveränderlichen Profilieren liegt darin, eine raffinierte Steuerung, hochfestes Material und stabilen und präzisen Aufbau der Gerüste und Rollen aufeinander abzustimmen“, sagt Roth. All diese komplexen Vorgaben werden in einem CAD-Modell beschrieben und an die Steuerung übergeben. Dies macht komplexe Mess- und Einstellvorgänge an den Werkzeugen überhaupt noch beherrschbar.

Während also neue Profile weiterhin in CAD-Systemen erstellt werden, übernehmen Simulations- und Berechnungsprogramme wie Copra von Data M Sheet Metal Solution die Auslegung und Organisation der Werkzeuge. Im Klartext heißt dies, dass diskontinuierliches Rollformen ohne die richtige Verknüpfung von Software und Maschinen- und Werkzeugbau gar nicht möglich wäre. Damit entwickelt sich das Profilieren in der Umformtechnik diskontinuierlicher Querschnitte zur echten Alternative zum Tiefziehen.

Dass der geschäftsführende Gesellschafter von Profilmetall, Manfred Roth, ausschließlich den Begriff des Rollformens verwendet, während im Deutschen auch das „kalte Walzformen“ verbreitet ist, liegt nicht nur am englischen Terminus „rollforming“. Denn die Gerüste genannten Umformwerkzeuge sind nacheinander angeordnete Walzenpaare, die das Blechband stufenweise in den endgültig gewünschten Querschnitt, das Profil, bringen.

Walzprofilieren ist Biege-Umformen mit drehenden Werkzeugen

Diese Umformung geschieht bei Hallentemperatur, also ohne das Material zu erhitzen. Das Walzprofilieren ist also eine reine Biegeumformung mit drehenden Werkzeugen und kein Walzen, weshalb die Begriffe Rollformen und Rollumformen den Prozess präziser beschreiben.

Bereits heute werden 8% der weltweiten Stahlproduktion zu rollgeformten Profilen verarbeitet, was die Vielfalt der Produktlösungen belegt. Technologieführer wie die Profilmetall GmbH, die Blechdicken bis zu 0,1 mm biegen können, rechnen nicht zuletzt dank moderner Software damit, dass dieser Anteil weiter steigt.

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