Abwrack-Chance EWD darf in Deutschland jetzt Seeschiffe recyceln

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Als erstes deutsches Unternehmen habe EWD Benli Recycling GmbH von Behörden die notwendige Genehmigung für ein Schiffsrecycling erhalten.

Das ist nicht nur ein Haufen Rost, sondern auch eine Quelle für die Materialrückgewinnung. Aufgrund neuer Richtlinien und der ersten Genehmigung, in Deutschland Seeschiffe zu recyceln, könnte eine neue Branche entstehen, der so schnell die Arbeit nicht ausgehen dürfte ...(Bild:  Divers Digest)
Das ist nicht nur ein Haufen Rost, sondern auch eine Quelle für die Materialrückgewinnung. Aufgrund neuer Richtlinien und der ersten Genehmigung, in Deutschland Seeschiffe zu recyceln, könnte eine neue Branche entstehen, der so schnell die Arbeit nicht ausgehen dürfte ...
(Bild: Divers Digest)

Erstmals sollen künftig Seeschiffe in Deutschland abgewrackt und recycelt werden, teilte die Muttergesellschaft von EWD Benli Recycling, die Emder Werft und Dock GmbH (EWD), mit. Das niedersächsische Umweltministerium in Hannover bestätigte auf Anfrage der dpa, dass es sich nach aller Kenntnis der Behörde wirklich um die erste Genehmigung dieser Art handelt. Das sei sinnvoll, denn der Bedarf mit Blick auf das Seeschiffsrecycling sei groß. Das gelte insbesondere, weil etwa die Schiffe von Behörden recht alt seien und bisher niemand innerhalb Deutschlands diese Schiffe recyceln konnte. Fachleute sehen im deutschen Schiffsrecycling aber nicht nur einen neuen Geschäftszweig, sondern auch einen Ansatz, Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft anzukurbeln. Bisher, so hört man aus der Politikerkreisen, wurde alte Industrieschiffe zu 90 Prozent nach Südostasien (Pakistan, Bangladesch und Indien) gebracht, wo sie unter fragwürdigen Bedingungen verrotteten oder abgewrackt wurden.

Neue Abwrackregeln könnten Wirtschaft stärken

Somit ist die Erlaubnis auch eine Chance für den weltweiten Umweltschutz. Jährlich würden rund 700 Seeschiffe ausgemustert. Eine EU-Verordnung regelt aber bereits, dass Schiffe einer bestimmten Größe, die unter EU-Flagge fuhren, nur auf zugelassenen Recyclingwerften einer EU-Liste abgewrackt werden dürfen. Viele davon lägen derzeit in der Türkei. Weil von Mitte dieses Jahres an weltweit einheitliche Regeln für das sichere und umweltfreundliche Recyceln von Schiffen gelten, steigt nach Auffassung der Branche auch die Wettbewerbsfähigkeit von Abwrackwerften in der EU. Und auch in Deutschland könnte so ein maritimer Recyclingsektor entstehen. Denn außer der EWD bemühte sich nach früheren Angaben etwa auch die Bremer Leviathan GmbH für eine Genehmigung zum Schiffsrecycling auf der Stralsunder Volkswerft.

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