Um Preisschocks durch die 2027 greifende Ausweitung des europäischen Emissionshandels zu vermeiden, empfehlen Experten eine frühzeitige Anhebung des CO2-Preises,
Der Emissionshandel soll das Klima retten. Eine Studie, die von Autoren verschiedener Einrichtungen erarbeitet wurde, kommt nun außerdem zu dem Schluss, dass es Vorteile bringt, wenn der sogenannte CO2-Preis früher angehoben wird als geplant.
(Bild: J. Black)
Die Forderung einer früheren Erhöhung des CO2-Preisen ist auch verbunden mit sozialem Ausgleich, der etwa in Form eines Klimageldes angedacht ist, wie es heißt. Die Autoren einer Studie der sogenannten Denkfabriken Öko-Institut und Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft plädieren außerdem für die Einführung eines deutschen Mindestpreises für Kohlendioxid sowie für eine gezielte Klimaschutzförderung für ärmere Menschen.
Die Studie entstand übrigens im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland und ihrer Mitglieder Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Diakonie Deutschland, Germanwatch, Institut für Kirche und Gesellschaft, WWF Deutschland sowie des Deutschen Naturschutzrings. Sie wurde kürzlich in Berlin vorgestellt.
Emissionshandelszertifikate sollen verknappt werden
Beim Emissionshandel müssen Unternehmen bekanntlich Rechte (Zertifikate) zum Ausstoß von Treibhausgasen vorweisen. Seit 2005 gibt es ein solches System auf EU-Ebene und seit 2021 zusätzlich auch in Deutschland für Heizen und Tanken. Das EU-System gilt unter anderem für die energieintensive Industrie sowie für den Flugverkehr. Es soll 2027 auf die Bereiche Gebäude und Straßenverkehr ausgeweitet werden, wie es weiter heißt. Auch soll die Zahl der Zertifikate ab 2027 verknappt werden. Der Preis könne sich dann frei bilden und werde erwartbar steigen, was einen Anreiz für mehr Klimaschutz schaffen soll.
Emissionen müssen stärker verringert werden als bisher
In Deutschland ist der CO2-Preis, der Heizen und Tanken teurer macht, trotz Emissionshandel derzeit noch festgelegt. Genauer gesagt, auf aktuell auf 45 Euro pro Tonne, was mit einem Anstieg auf 55 bis 65 Euro im Jahr 2026 einhergeht. Danach greift das EU-System. Doch das fordert von den beteiligten Bereichen jährliche Emissionsminderungen, die deutlich über jenen der Vergangenheit liegen müssen, schreiben die Studienautoren. Das genaue Preisniveau sei dabei noch nicht absehbar. Im Grundsatz sei aber zu erwarten, dass mit mehr zusätzlichen Klimaschutzmaßnahmen und damit weniger Emissionen der Preis niedriger werde. Mit Blick auf die bisher geplanten Einsparungen der EU-Staaten zeichne sich aber für Deutschland ein deutlich höherer CO2-Preis ab.
Das sollen die Vorteile eines höheren CO2-Preises sein:
Vor diesem Hintergrund raten die Autoren der Studie zu einer frühzeitigeren Anhebung des CO2-Preises in Deutschland. Denn das, so glauben sie, kann die Gefahr eines sprunghaften Anstiegs der Energiepreise verringern, es bietet ein planbareres Preissignal und stärkt dabei den Klimaschutz. Außerdem bekomme der Staat so mehr Geld, das zum Beispiel für die Entlastung der Wirtschaft und für die Umstellung auf klimafreundlichere Technologien verwendet werden könne. Maßnahmen für sozialen Ausgleich, wie etwa ein Klimageld, sollten bei der Anhebung des Preispfads mitbedacht und deren Ausgestaltung und geplante Einführung entsprechend angepasst werden, so die Empfehlung. Haushalte mit geringem Einkommen und wenig Geld für Klimaschutz müssen dabei besonders unterstützt werden, fordern die Autoren. SPD, Grüne und FDP hatten im Koalitionsvertrag die Einführung eines Klimageldes vereinbart. Wann und ob das kommt, ist aber derzeit unklar.
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