Suchen

Schraubtechnik

Gewindefurchende Schrauben brauchen passende Oberflächen

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Aufeinander abgestimmte Momente entscheiden

Die trilobularen Taptite-Schrauben gibt es seit über 30 Jahren auf dem Markt. Grundsätzliches Ziel dieses trilobularen, also leicht dreieckig gestalteten Querschnittes ist es, die Furchmomente zu reduzieren, um einen stabilen Montageprozess zu gewährleisten. Dabei wird eine große Differenz zwischen Furch- und Anziehmoment sowie ein ausreichender Abstand zwischen Anziehmoment und Versagensmoment (Überdrehmoment oder Schraubenbruchmoment) angestrebt.

Für die gewindefurchenden Schrauben gibt es ein breites Anwendungsfeld. Häufig werden sie für Leichtmetallanwendungen genutzt, also vorzugsweise in Aluminium oder Aluminiumdruckguss, Magnesiumdruckguss, anderen leichten Legierungen, aber auch in der Massivstahlverschraubungen. gute Beispiele für den Einsatz gewindefurchender Schrauben sind Getriebe- und Sensorverschraubungen, Befestigungen im Motorenbereich, Befestigungsplatinen, Aktuatoren oder Pumpen.

Bildergalerie

Niedrige Furchmomente machen Schraubenoberfläche wichtiger

Wenn jedoch beispielsweise im Bereich der gehobenen Kundenanforderungen mit niedrigeren Furchmomenten gearbeitet werden soll, spielt auch das Oberflächensystem eine entscheidende Rolle. Die Oberfläche der Schraube trägt meist eine Basisbeschichtung, die den Korrosionsschutz sicherstellen soll – in der Regel eine Zink-, Zink-Nickel- oder Zinklamellen-Beschichtung. „OEMs haben Vorschriften für Oberflächen, welche sich in der Regel auf die Basisoberfläche und den Korrosionsschutz beziehen. Wir definieren dann entsprechend die notwendige Gleitbeschichtung für die Schraube. Diese ist bei einer vorspannorientierten Auslegung von gefügten Metallkomponenten wichtig“, erklärt Jakob.

Basis-, Gleitschicht und Versiegelung müssen harmonieren

Hinsichtlich der Oberflächensysteme gibt es Richtwerte nach VDA, die sich auf den Korrosionsschutz und die Reibwerte für metrische Schrauben beziehen. Diese können zwar nicht direkt auf gewindefurchende Schrauben übertragen werden, dienen jedoch als Orientierung. Ergänzend dazu – und für gewindefurchende Schrauben auch funktionsrelevant – ist in der Regel die Gleitbeschichtung. Explizit darauf verwiesen wird auch in der DIN 267 Teil 30.

Das A und O ist dabei, dass das gesamte Oberflächensystem und die Baugruppe genau aufeinander abzustimmen sind – also die Schraubengeometrie an sich und die optimale Abstimmung mit dem Gegenbauteil. Auch müssen die Basisoberfläche und die Korrosionsschutz-Anforderungen entsprechend umgesetzt sein. In der Regel erreicht man das durch oben erwähnten Beschichtungen. „Das gesamte Oberflächensystem im Zusammenspiel beeinflusst die Vorspannkraft, also sowohl die Basis- und Gleitbeschichtung als auch die Versiegelung“, klärt Jakob auf.

Reinigungsprozesse können sich negativ auswirken

Gute Ergebnisse haben die Arnold-Experten etwa mit einer Taptite 2000 und einer Zinklamellen-Beschichtung plus Versiegelung und Gleitmittelbeschichtung erreicht. „Wir haben sehr viele Oberflächensysteme untersucht und können auf dieser Basis für verschiedene Anwendungen konkrete Umsetzungsempfehlungen geben. Auch die technische Sauberkeit haben wir dabei beleuchtet, dabei jedoch festgestellt, dass die Reinigungsprozesse oft auch unerwünschte Einflüsse auf das Oberflächensystem haben, weil Gleitmittel und Versiegelung teilweise wieder abgetragen werden“, sagt Jakob.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45694242)