Rohrfertigung

Grenzen zwischen Rohr und Profil verschwinden

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Als noch zukunftsweisender könnten sich solche Ideen herausstellen, die neue Anwendungen für Verbundrohre und damit Geschäftsmöglichkeiten für die Rohrhersteller erschließen. Dies verlange, über reine Heizungs-und Sanitäranwendungen hinaus zu denken. Neue Produktionsverfahren machen dies möglich. So lassen sich laut Dreistern unter bestimmten Voraussetzungen auch Verbundrohre aus Kupfer oder Edelstahl herstellen. Die Entwicklungsarbeiten mit rostfreien Stählen erscheinen dem Unternehmen dabei besonders vielversprechend. Sie könnten eine kostengünstige Alternative für Dekorationsrohre oder auch Rohre in der chemischen Industrie darstellen.

Neue Technologie für bessere Schweißdrähte

Schweißdrähte mit Fließmittelkern werden beim Schutzgasschweißen eingesetzt. Sie erlauben auch weniger erfahrenem Schweißpersonal, erstklassige Ergebnisse zu erzielen. Dies stellt gerade in vielen Wachstumsmärkten einen enormen Vorteil dar. Bis vor kurzem waren solche Drähte aber nicht gegen das Eindringen von Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft geschützt. Bei unsachgemäßer oder zu langer Lagerung verliert das Fließmittel seine Wirksamkeit, eine kaum zu akzeptierende Einschränkung.

In Zusammenarbeit mit Bühler-Würz hat Dreistern ein Verfahren entwickelt, um diesen Nachteil zu vermeiden. Das Prozessschema sieht am Anfang eine Laser-Rohrschweißanlage von Dreistern vor, die ein Rohr mit einem Außendurchmesser von etwa 10 bis 12 mm und einer Wandstärke von 2 mm herstellt. Daran

anschließend folgt ein Reduzierwalzprozess von Bühler-Würz, der das geschweißte

Rohr bis auf einen Durchmesser von nur 1,3 mm reduziert. Der Laser-Schweißprozess liefert pro Minute 10 bis 15 m Rohr. Daraus entstehen durch die Durchmesserreduzierung 600 m Draht pro Minute am Ausgang der Linie. Dieses neue Produktionskonzept kommt nach Auskunft von Dreistern ohne Zwischenglühen zwischen den Reduktionsschritten aus. Die Energie- und damit die Gesamtkosten bleiben deshalb, so heißt es weiter, auf niedrigem Niveau.

Dosiereinrichtungen müssen perfekt mit der Produktionslinie synchronisiert werden

Aber nicht nur das Umformen, Schweißen und Reduzieren verlangen spezielle Technologien. Vor dem Verschließen muss das offene Rohr mit einer präzise gesteuerten Menge an Fließmittel gefüllt werden. Diese Aufgabe übernehmen, je nach Anzahl der Fließmittelkomponenten, eine oder mehrere gravimetrische Dosiereinheiten.

Die Dosiereinrichtungen müssen perfekt mit der Produktionslinie synchronisiert werden, um eine gleichbleibende Füllung mit Fließmittel sicher zu stellen. Die Fülldraht-Technologie ist laut Dreistern ein ausgezeichnetes Beispiel wie im Zusammenspiel von kompetenten Partnerfirmen hochkomplexe Produktionstechnologien in kurzer Zeit bis zur Produktionsreife entwickelt werden können.

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