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„Auf den alten Anlagen waren zudem die maximal zu richtenden Bandquerschnitte stark limitiert.“ Gleichzeitig trägt das System auch zur Oberflächenqualität bei. Der Edelstahlexperte nutzt zwar eine Reinigungsanlage mit Schwertbürsten, so dass Richtwalzenabdrücke bei seinen Produkten nicht auftreten, dennoch ist auch die Schnellwechselkonstruktion in diesem Zusammenhang hilfreich: „Wir können damit innerhalb kürzester Zeit alle Arbeits-, Zwischen- und Stützwalzen der Richtkassette warten. Und Zeit bedeutet gerade in unserer Branche auch Geld.“ Über einen integrierten Datenspeicher lassen sich einmal eingestellte Werte archivieren und bei Bedarf wieder aufrufen. Die jeweilige Richtkassette wird erkannt und die zugehörigen Parameter werden automatisch eingestellt.
Präzise querteilen und sauber stapeln ohne Kratzer
Im Auslaufbereich der im Stop & Go-Betrieb arbeitenden Querteilanlage erfasst ein pneumatisch anstellbares Messrad über einen Impulsgeber die Ist-Längen exakt. Zwei einteilige Messer mit je zwei Schneidkanten – eines davon unten in einem stabilen Fundamentrahmen, das andere in einer Parallelführung im oberen Teil der Maschine – übernehmen den exakten Zuschnitt. Der Schnittspalt am unteren Messer kann dabei feinjustiert werden, eine Digitalanzeige gibt den jeweils aktuell eingestellten Wert an. Die Rechtwinkligkeit des Schnittes lässt sich mit zwei unmittelbar vor der Querteilschere positionierten Vertikalführungsrollen einstellen. „Das ermöglicht uns nicht nur nahezu perfekte Rechtwinkligkeit, darüber hinaus können wir auch engste Längentoleranzen bis ± 0,1 mm bei Platinenlängen bis 500 mm einhalten“, berichtet Vogel. Es lassen sich im Übrigen Zuschnittslängen von 200 bis maximal 3.200 mm realisieren.
Ein Transportbandtisch mit integriertem Kurzplatinenauszug und einer Schrottweiche bringt die Zuschnitte zu einem Vakuum-Stapler, mit dem sich auch Edelstahlbleche mit Hochglanz-Oberflächen unversehrt stapeln lassen. Für zusätzliche Sicherheit können die einzelnen Platinen zudem mit statisch aufgeladenem Papier oder selbstklebenden Schutzfolien beschichtet werden. Seitenanschläge und Längsanschlag des Staplers lassen sich motorisch verfahren und so auf die Blechgröße einstellen. Auch sind die Saugkammern des Vakuumsystems segmentiert und können je nach Länge des Zuschnitts zu- oder abgeschaltet werden. Das eigens für dünne Bleche entwickelte Dämpfungssystem am Längsanschlag stellt einen kontrollierten Bremsvorgang sicher und verhindert dadurch Schäden an den Querschnittskanten.
Individuelle Anpassungen in Abstimmung mit dem Anwender
Alle derartigen Zusatzmaßnahmen zur weiteren Erhöhung der Effizienz und der Qualität von der Schnittgeradheit bis zur Lagegenauigkeit auf dem Einblockstapel wurden vom Anlagenbauer in enger Abstimmung mit Vogel-Bauer konzipiert und umgesetzt. „Die gemeinsame Entwicklung einer bestmöglichen Lösung für dieses Einsatzgebiet war für beide Seiten ein Gewinn“, so der technische Leiter des Edelstahlunternehmens. Die Maßanfertigung habe seither ihren Teil dazu beigetragen, dass der Betrieb zu den führenden Produzenten von hochpräzisen Edelstahl-Zuschnitten in Deutschland zählt. „Das Vertrauen, das wir in Burghardt + Schmidt gesetzt haben, dürfen wir so auch von unseren Kunden genießen.“ Für 2014 rechnet das Unternehmen allein für die Querteilanlage mit einer Jahresproduktion bis 5.000 Tonnen hochwertiger Edelstahlplatinen. Dabei wird das Potential der Maschine momentan noch nicht voll genutzt: Die hier bearbeiteten Bänder sind in der Regel nur 700 mm breit und in 95 % der Fälle zwischen 0,4 und 2,0 mm dick. „Da ist noch Luft nach oben und wir sind gerade dabei, die Bandlaufgeschwindigkeit in Abhängigkeit von den Platinenlängen noch steuerungstechnisch feinzujustieren. Damit sollen aus der im Zwei- oder Drei-Schichtbetrieb ausgelasteten Anlage die letzten Reserven herausgekitzelt werden“, berichtet Vogel. Maschinenbauer Burghardt + Schmidt hat hierfür schon seine Unterstützung zugesichert.
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