Werkzeugmaschinen-Abdeckungen Hema sieht sich als Schrittmacher bei Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der Zulieferer Hema treibt die Entwicklung von Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen voran. Diese Abdeckungen werden als montagefertige Komponenten ausgeliefert, weshalb sich Hema nicht als Teile-, sondern Systemlieferant sieht. Am Stand des Zulieferers spiegelt sich dieser Anspruch in den Exponaten wider.

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Ein Beispiel ist die Eckraumabdeckung Vector C2 für Bearbeitungszentren, weitere sind die Schließhaube Cover Shutter zur Optimierung der Beladung von Bearbeitungsräumen in Werkzeugmaschinen sowie das Schutzsystem Cube, das als vorparametrisiertes Modell den Konstruktions- und Auslegungsaufwand bei Maschinenrückwänden minimiert. Geprüfte Komponenten müssen nur noch als Module hinsichltich der Abmessungen variiert werden.

Rückwandsysteme für Werkzeugmaschinen erstmals standardisiert

Mit dieser Entwicklung habe man ein Novum in der Standardisierung von Rückwandsystemen für Werkzeugmaschinen geschaffen, sagt Steffen Walter, Geschäftsführer der Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH, Seligenstadt. Dort versteht man sich als Innovationsschrittmacher bei Maschinenschutzsystemen.

So arbeitet das Unternehmen seit vielen Jahren mit der Universität Darmstadt zusammen. Diese betreibt einen Hochgeschwindigkeitsprüfstand, auf dem Hema bewegte schwingende Massen bei Faltenbälgen mit großen Auszügen konfrontiert. „Mit steigender Dynamik sind bereits bei einer Geschwindigkeit über 80 m/min massive Stöße aufgrund der Abdeckungen festzustellen“, berichtet Walter.

Abdeckungen mit konventionellen Dämpfern verschleißen zu schnell

In der Vergangenheit versuchte man daher, sie mit Hilfe von konventionellen Dämpfer oder Scheren zu eliminieren. Jedoch war das mit Nachteilen verbunden: insbesondere mit einem extrem hohen Verschleiß, der selbst bei Verwendung hochwertigster Werkstoffe und Einhaltung enger Toleranzen nicht wesentlich reduziert werden konnte.

Die Forderung der Maschinenbauer nach immer größere Abdeckungen bei unvermindert hohen Achs-Geschwindigkeiten verlangt nach neuen Systemen. „Die konventionelle Technik“, erläutert Walter, „hätte zu Abdeckungsgewichten über 400 kg pro Maschinenseite geführt.“

Als Lösung stellt Hema auf der Messe EMO das System Dynasynchro vor, bei dem Baulängen laut Walter „unproblematisch“ sind. Grund dafür ist die „Teilung“ der Schwingungsmassen in relativ zur Maschinenbewegung synchronisierte, starre Bereiche über einen Riementrieb mit einem bestimmten Untersetzungsverhältnis. „Auf diese Weise kann die entstehende kinetische Energie umgeleitet und somit reduziert werden“, bemerkt der Hema-Geschäftsführer.

Neu entwickelte Maschinen-Abdeckung verhindert Schwingungen

Diese Entwicklung verhindert bei Krafteinleitung ins Schutzsystem das Entstehen von Schwingungen durch Massenträgheit. Aufgrund des Systemaufbaus wird die implementierte Stoßenergie aus der Schutzabdeckung heraus in die äußerst stabilen Zahnriemen verlagert.

Die bei konventionellen Abdeckungen zeitlich verzögerten Stöße sind dadurch deutlich reduziert. Sie wurden wieder größtenteils in der Beschleunigungsphasen verschoben.

In dem Abdeckungsbereich, der üblicherweise der größten kinetischen Energie ausgesetzt ist, herrschen nun „Absorptionsbedingungen“. Das heißt: Dieser Bereich nimmt Energie und Trägheit auf und leitet sie an die Riementriebe weiter. Auf dem Hochgeschwindigkeits-Prüfstand der Universität Darmstadt mit dem Schutzsystem Dynasynchro bei einem Hub von 3500 mm eine Achs-Geschwindigkeit von 150 m/min erreicht.

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