Stahl Hochfester Stahl zur Fertigung von formstabilen Profilen

Autor / Redakteur: Magdalena Nillius / Josef-Martin Kraus

Aus kaltgewalzten Stahlbändern können formstabile Profile mit sehr kleinen Biegeradien gefertigt werden. Zur Anwendung kommt dabei das Rollumformen. Damit wird bereits ein Mehrphasenstahl als Coil, Spaltband und Tafel verarbeitet. Erste Produkte sind Profilschienen für Automobilsitze. Das extrem gute Biegeverhalten dieses hochfesten Stahls ist das Ergebnis eines besonderen Glühverfahrens.

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Den jüngsten Meilenstein in der Weiterentwicklung von Stählen setzte SSAB mit dem Produkt Docol Roll. Diesen ultrahochfesten Stahl gibt es zwei Festigkeitsstufen, mit 800 und 1000 MPa Zugfestigkeit. Er lässt sich mit sehr engen Biegeradien umformen. Auf der Fachmesse Euroblech wurde er erstmals dem Fachpublikum vorgestellt (Bild 1).

Kaltgewalztes Stahlsortiment Docol als Ausgangsprodukt

Ausgangsprodukt der Entwicklung war das etablierte kaltgewalzte Stahlsortiment Docol, aus dem Profile mit hoher Streckgrenze und Formstabilität gefertigt werden. Es erfüllt die entsprechenden Normen. Umgeformt wird diese Werkstoffklasse als Coil, Spaltband oder Tafelblech.

Deren Dicke liegt bei 0,4 bis 3 mm und die Bandbreite bei 600 bis 1500 mm. Die Zugfestigkeit reicht bis zu 1500 N/mm². Die Bänder haben eine hochwertige, kaltgewalzte Oberflächengüte. Eingestellt werden die Stahleigenschaften in Haubenglühöfen oder kontinuierlich arbeitenden Glühanlagen.

Optimierte Gefügeverteilung ermöglicht enge Biegeradien

Als Reaktion auf die verstärkte Nachfrage nach Stählen, die im Rollumformverfahren zu Profilen weiterverarbeitet werden, hat SSAB dieses Sortiment um die Güte Docol Roll erweitert. Dieser Bandstahl ermöglicht das Umformen mit engsten Biegeradien.

Kennzeichnend für diesen Mehrphasenstahl ist eine optimierte Verteilung der Bestandteile Ferrit und Martensit. Sie ist einer der Gründe für deren ausgezeichneten Biegeeigenschaften, die aufgrund eines besonderen Glühverfahrens erreicht werden. Ein weiterer Vorteil dieses Glühverfahrens ist die daraus resultierende geringe Differenz zwischen Streckgrenze und Zugfestigkeit des Materials.

Stahl-Eigenschaften bieten gutes Schweißverhalten

Weitere Vorteile resultieren aus der hohen Formbeständigkeit und dem guten Schweißverhalten der daraus gefertigten Profile. So sind mit dieser Legierung komplexere Konstruktionen möglich, die eine hohe Belastung tolerieren. Eine homogene Mikrostruktur verbessert die Umformbarkeit.

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