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Hochmomentschrauber senken Lärmpegel im Lkw-Rahmenbau

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Kaum ein Truck gleicht dem anderen, Fahrgestelle mit zwei, drei, vier oder fünf Achsen wechseln sich ab und Fahrzeuge für den Fernverkehr sind anders gebaut als solche für den Baustelleneinsatz. Entsprechend vielfältig sind die Anbauteile und die Monteure müssen mal von der Seite und mal von innen schrauben. Eine Automatisierung mit Montagestationen für fest vorgegebene Aufgaben macht bei dieser Variabilität keinen Sinn, die Schraubwerkzeuge müssen entsprechend flexibel nutzbar sein.

Vorgegebene Taktzeiten werden von den Elektroschraubern eingehalten

Die MAN-Verantwortlichen hatten vorab das Angebot an Hochmomentschraubern auf dem Markt gesichtet und verschiedene Werkzeuge getestet. Bezüglich der wichtigen Aspekte Zugänglichkeit und Drehzahl hat Atlas Copco das Rennen gemacht, obwohl man sich gerade bei der Geschwindigkeit noch mehr Leistung gewünscht hätte. Impulsschrauber sind zwar laut, aber schneller. Jedoch gibt es bislang auf dem Markt keine handgeführten Elektroschrauber, die an die Drehzahlen ihrer Druckluft-Pendants herankommen. Für MAN war das ein kritischer Punkt, denn bei der Umstellung der Fertigungslinien kam es auf die Taktzeit an. Die Revo-Schrauber erwiesen sich allerdings als schnell genug für die vorgegebenen Taktzeiten.

Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt der Elektroschrauber ist die Qualität der Verschraubung. Diese konnte weiter gesteigert werden, weil ein elektronisch gesteuerter Schrauber eine Warnmeldung ausgibt, wenn eine Verbindung nicht korrekt angezogen wurde. Der Monteur kann dann umgehend den Fehler beheben. Ebenfalls von Vorteil ist, dass sich mit den Revos die Arbeit einfacher als zuvor dokumentieren lässt. Diese Möglichkeit wird nach und nach auch an Bauteilen umgesetzt, die nicht zwingend dokumentationspflichtig sind. MAN erfasst die Werte und kann bei Bedarf auf sie zurückgreifen. Darüber hinaus arbeiten die gesteuerten Hochmomentschrauber genauer. Durch Schwankungen des Luftdrucks konnte das Anzugsmoment der Impulsschrauber um rund 15 % vom Sollwert abweichen – bei den Elektroschraubern sind es nun nur noch rund 7 %.

Elektroschrauber sind leiser und erzeugen weniger Vibrationen

Die Werkzeuge überzeugten auch die MAN-Mitarbeiter, obwohl diese sich umstellen mussten. Denn obwohl sie für ihre Leistungsfähigkeit schon sehr kompakt sind, sind sie doch schwerer als die alten Impulsschrauber. Zudem muss mit einem Gegenhalter gearbeitet werden, der das Handling erschwert. Das ist natürlich stets ein Kompromiss, aber die Atlas-Copco-Werkzeuge stellen für MAN den besten Mittelweg dar. Und nach der Eingewöhnungsphase kommen nun positive Stimmen seitens der Werker, weil die Werkzeuge nicht nur leiser sind, sondern aufgrund von weniger Vibrationen das Handgelenk schonen. Hinzu kommt, dass an Stellen, an denen zuvor schon mit Abstützungen gearbeitet wurde, der Revo sogar schneller ist.

Um die Arbeit weiter zu erleichtern, modifizierte Atlas Copco zudem die Werkzeuge. Bei MAN wird überwiegend mit zwei Drehmomentwerten gearbeitet. Alles, was 280 Nm erfordert, ist mit den normalen schwarzen Schraubern zu erledigen. Genügen 200 Nm, erkennt der Monteur das passende Werkzeug an der roten Gehäusekappe – eine Sonderanfertigung von Atlas Copco. Darüber hinaus wurde auch die Kabelführung modifiziert. Da Winkelstecker das Handling weiter erleichtern, werden alle neuen Geräte für MAN bereits ab Werk damit ausgerüstet.

* Cornelius Aichele ist Produktmanager für gesteuerte Werkzeuge bei der Atlas Copco Tools Central Europe GmbH

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